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Göttingen Kunstwerke erzählen von der Flucht aus Syrien
Campus Göttingen Kunstwerke erzählen von der Flucht aus Syrien
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15:46 12.12.2017
Das Künstler-Ehepaar Ayman Aldarwish und Nasim Kasem mit eigenen Arbeiten - ihr Bild das farbige, seines das schwarz-weiße.
Das Künstler-Ehepaar Ayman Aldarwish und Nasim Kasem mit eigenen Arbeiten - ihr Bild das farbige, seines das schwarz-weiße. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Kombiniert wird die Ausstellung mit einem wissenschaftlich interdisziplinär angelegten Rahmenprogramm: Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen aus Deutschland und der Schweiz sprechen in vier allgemeinverständlichen Vorträgen über die Geschichte Palmyras, das Bildverständnis der Künstler, Merkmale moderner islamischer Kunst sowie über das vielschichtige Ehrenamt für Geflüchtete.

Ausstellungseröffnung „Eine Flucht in Bildern“

Das Ausstellungsprojekt, das nach dem Auftakt in Göttingen auch in anderen Städten in Deutschland gezeigt werden soll, wird von der Universität Göttingen sowie der Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities gefördert, deren Ziel es sei, exzellente arabische und deutsche Wissenschaftler miteinander zu vernetzen, wie Dr. Jan Friesen, Co-Präsident der Akademie, erklärte. Sich zu vernetzen und miteinander statt übereinander zu sprechen, unterstrich auch Prof. Dr. Jens Scheiner vom Seminar für Arabistik / Islamwissenschaft der Universität Göttingen, der das Projekt organisiert hat. Wenn es gelinge, Besuchern der Ausstellung „Eine Flucht in Bildern“ die arabische Kultur nur ein wenig näherzubringen, habe er sein Ziel als Islamwissenschaftler erreicht, so Scheiner. Der Kunstpädagoge Ulrich Züchner referierte im Anschluss über die Fluchtroute der Künstler und ihrer Familienmitglieder aus der syrischen Stadt Palmyra übers Mittelmeer und den Balkan bis nach Deutschland.

Die immer wiederkehrende Angst, als kritischer Künstler erkannt zu werden, das Erleben des Verlustes der eigenen Heimat und die Erfahrungen, die Kasem und Aldarwish auf dem Weg in eine unbekannte Zukunft in Deutschland machten, stehen im Fokus der ausgestellten Arbeiten – mal eindringlich und düster, mal bunt und lebensfroh. Jedes der 40 Bilder, die unter anderem Titel wie „Boot des Lebens oder des Todes?“, „Mit einem Auge siehst du die Wahrheit nicht“ oder „Ein Himmel voller Blut“ tragen, erzählt eine persönliche Lebensgeschichte, die auf viele weitere menschliche Schicksale übertragen werden kann. Dabei hätten sie und ihr Mann nur einen Traum, auch wenn die Erlebnisse in ihrer Heimat „ganz tief in uns vergraben“ seien, sagte Kasem: Liebe und Frieden.

Vorträge und Podiumsdiskussion

Folgende Vorträge finden in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, statt: Donnerstag, 14. Dezember, 19 Uhr: „Die Oasenstadt Palmyra als Global Player“; Donnerstag, 21. Dezember, 19 Uhr: „Zum Bildverständnis der Zeichnungen von Ayman Aldarwish und Nasim Kasem“; Donnerstag, 11. Januar, 19 Uhr: „Moderne islamische Kunst: Begriffe und Beispiele“; Sonntag, 21. Januar, 15 Uhr: „Zivilgesellschaftliches Engagement für Geflüchtete und von Geflüchteten“, ab 17 Uhr schließt sich im Rahmen der Finissage eine Podiumsdiskussion zur aktuellen Situation der Arbeit mit Flüchtlingen in Göttingen und Deutschland an. www.eine-flucht-in-bildern.de

Folgende Vorträge finden in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, statt: Donnerstag, 14. Dezember, 19 Uhr: „Die Oasenstadt Palmyra als Global Player“; Donnerstag, 21. Dezember, 19 Uhr: „Zum Bildverständnis der Zeichnungen von Ayman Aldarwish und Nasim Kasem“; Donnerstag, 11. Januar, 19 Uhr: „Moderne islamische Kunst: Begriffe und Beispiele“; Sonntag, 21. Januar, 15 Uhr: „Zivilgesellschaftliches Engagement für Geflüchtete und von Geflüchteten“, ab 17 Uhr schließt sich im Rahmen der Finissage eine Podiumsdiskussion zur aktuellen Situation der Arbeit mit Flüchtlingen in Göttingen und Deutschland an. Weitere Informationen: www.eine-flucht-in-bildern.de

Von Maren Iben