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Göttingen Leibniz-Preis für Göttinger Forscherin
Campus Göttingen Leibniz-Preis für Göttinger Forscherin
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00:17 04.03.2016
Von Angela Brünjes
Preisträgerin Marina Rodnina (2. von links, vorn) mit Preisträgern, Ministerinnen und Laudator Strohschneider (hinten, 4. v.l.). Quelle: DFG
Berlin/Göttingen

Von den zehn neuen Preisträgern kommen jeweils drei aus den Lebenswissenschaften, den Naturwissenschaften sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften und einer aus den Ingenieurwissenschaften. Die Ausgezeichneten erhalten ein Preisgeld von jeweils 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten, teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit.

Rodnina habe kontinuierlich das Wissen über die Struktur und Funktion von Ribosomen erweitert, sagte DFG-Präsident Prof. Peter Strohschneider. Ribosomen sind molekulare Motoren der Zelle, die aus Aminosäuren Proteine synthetisieren. „Wie diese Synthese- und Translationsprozesse am Ribosom ablaufen, das hat Frau Rodnina durch die originelle Verbindung von kinetischen und fluoreszenzbasierten Methoden in einer ganzen Reihe von bedeutsamen Beiträgen aufklären können, wobei die von ihr gewonnenen kinetischen Daten noch immer die einzige quantitative Basis für weitergehende Netzwerk- und Modellierungsanalysen der Translation darstellen“, betonte Laudator Strohschneider.

Ebenfalls seien der Göttinger Forscherin wegweisende Einsichten zum chemischen Mechanismus der Peptidbindung im Ribosom, die Entdeckung der Funktion des Hilfsproteins EFP und die Entschlüsselung des Prinzips des Umkodierens in Translationsprozessen gelungen. Strohschneider nannte sie „Leitfigur der Ribosomenforschung“. Erkenntnisse Rodninas haben Eingang in Lehrbücher gefunden und sind international hoch anerkannt, teilte die DFG mit.

1960 in Kiew geboren und dort nach dem Biologie-Studium in Molekularbiologie und Genetik promoviert, kam Rodnina 1990 mit einem Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung an die Universität Witten-Herdecke, an der sie sich auch habilitierte und Professorin für Physikalische Biochemie wurde. Seit 2008 ist sie Direktorin am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Die Dankesrede der Preisträger hielt Prof. Bénédicte Savoy. Der Dank wurde verbunden mit der Hoffnung, „dass dem wissenschaftlichen Nachwuchs („exzellent aber prekär“) in Europa und besonders im gar nicht mehr so armen Deutschland, endlich größere berufliche Sicherheit, das heißt auch intellektuelle Freiheit verschafft wird.“

Wichtigster deutscher Forschungspreis

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftler zu erleichtern.

Der Preis ist mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotiert. Die Förderung wird nur auf Vorschlag Dritter gewährt. Die Entscheidung über die Preisträger trifft der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgrund einer Empfehlung des Nominierungsausschusses für das Leibniz-Programm. 2015 war Prof. Tobias Moser von der Universitätsmedizin Göttingen einer der Preisträger. jes

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