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MPI Göttingen: Prof. Herbert Jäckle in der American Academy of Arts and Sciences

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11:00 15.05.2021
Prof. Herbert Jäckle ist in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen worden.
Prof. Herbert Jäckle ist in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen worden. Quelle: Irene Böttcher-Gajewski / MPI-BpC Göttingen
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Göttingen

Herbert Jäckle, bis 2017 am Max-Plack-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie Direktor der Abteilung Molekulare Entwicklungsbiologie, ist in die renommierte American Academy of Arts and Sciences aufgenommen worden. Mit der Ernennung zum internationalen Ehrenmitglied würdige die Akademie „die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen des Emeritus-Direktors“ am MPI in Göttingen, teilte die Pressestelle des MPI mit.

Jäckles Grundlagenforschung am Modell der Fruchtfliege habe neue, auf den Menschen übertragbare Erkenntnisse über diejenigen Gene und molekularen Mechanismen gebracht, die die Bildung von Organen und den Energiestoffwechsel kontrollieren würden, heißt es in der Mitteilung. Die Forschung des Entwicklungsbiologen habe „wegweisende Erkenntnisse“ über die frühe Entwicklung der Fruchtfliege Drosophila melanogaster geliefert. Insbesondere hätten Jäckles Arbeiten zu einem detaillierten Verständnis darüber beigetragen, wie diese Entwicklung auf molekularer Ebene reguliert werde und wie die Fliege ihren Energiestoffwechsel im Gleichgewicht halte.

Gene und molekulare Mechanismen identifiziert

Gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe der Max-Planck-Forscher Gene und molekulare Mechanismen identifizieren können, die auch beim Menschen die Organbildung und den Energiestoffwechsel steuern würden, so die Pressestelle. Diese Ergebnisse lieferten neue Ansätze, um beispielsweise Therapien für Fettleibigkeit und Diabetes zu entwickeln, bei denen Organstrukturen und -funktionen defekt seien.

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1997 habe Jäckle gemeinsam mit dem Zellbiologen Peter Gruss das Biotech-Unternehmen DeveloGen AG (heute Evotec AG) gegründet, das daran arbeite, die Erkenntnisse der beiden Forscher aus der Grundlagenforschung in die Anwendung zu bringen. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Göttinger Science Park an der Marie-Curie-Straße.

2002 bis 2014: Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft

Jäckle sei von 2002 bis 2014 Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) gewesen – zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Wissenschaftler, teilte das MPI weiter mit. In dieser Funktion habe er unter anderem das Institut für Computergestützte Biologie in Shanghai (China), das die MPG gemeinsam mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften trage, sowie ein biomedizinisches Partner-Institut der MPG und des argentinischen Wissenschaftsministeriums in Buenos Aires (Argentinien) initiiert. Jäckle habe innerhalb der MPG ein Programm zur Förderung des talentierten wissenschaftlichen Nachwuchses ins Leben gerufen.

Der Wissenschaftler hat nach Angaben des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie 1977 an der Universität Freiburg in Biologie promoviert. Nach Forschungen in den USA und Deutschland sei er 1987 Ordinarius für Genetik an der Ludwig-Maximilians-Universität München geworden. 1991 sei er nach Göttingen an das MPI für biophysikalische Chemie gewechselt, wo er als Direktor bis zu seiner Emeritierung 2017 die Abteilung Molekulare Entwicklungsbiologie geleitet habe. Seitdem sei Jäckle als Emeritus-Direktor am Institut weiterhin aktiv. Seit 1993 sei er zudem Honorarprofessor an der Universität Göttingen.

Jäckle der zweite MPI-Forscher in der Akademie

In diesem Jahr seien aus mehr als 1300 Nominierten 252 neue Mitglieder in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen worden, so die Pressestelle des MPI. Nach Jürgen Troe (1989) sei Jäckle der zweite Wissenschaftler am MPI für biophysikalische Chemie, der von der Akademie geehrt worden sei. Weitere Mitglieder der Akademie waren beziehungsweise sind unter anderen Benjamin Franklin (1781), Charles Darwin (1874), Albert Einstein (1924), Martin Luther King Jr. (1966), Pablo Picasso (1994) und Michelle Obama (2019).

„Natürlich freue ich mich und fühle mich geehrt, als Europäer dem illustren Kreis der American Academy of Arts and Sciences zugehören zu dürfen“, betonte Jäckle. Die 1780 gegründete American Academy of Arts and Sciences sei eine internationale Ehrengesellschaft, deren Mitglieder für ihre Leistungen in Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit gewürdigt würden. Unter den aktuell über 5600 Mitgliedern befänden sich mehr als 250 Nobel- und 60 Pulitzerpreisträger. Unter anderem vergebe die Akademie Forschungsstipendien und Preise.

Von Stefan Kirchhoff