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Göttingen Doktoranden aus Göttingen erhalten Otto-Hahn-Medaille
Campus Göttingen Doktoranden aus Göttingen erhalten Otto-Hahn-Medaille
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12:00 27.06.2019
Agata Zielinska ist eine der drei Preisträger der Otto-Hahn-Medaille. Quelle: r
Göttingen

Für ihre Forschung über DNA, Chromosomen und Herzrhythmusstörungen haben drei Doktoranden des Max-Planck-Campus in Göttingen die Otto-Hahn-Medaille erhalten. Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ehrte die Wissenschaftler so für ihre herausragenden Leistungen bei der Promotion.

Sandra Schillbach untersuchte in ihrer Doktorarbeit die Transkription der DNA. Quelle: r

Die Preisträgerin Sandra Schilbach vom Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie hat sich in ihrer Doktorarbeit mit der sogenannten Transkription, also einer Kopiermaschine der DNA in der Zelle, beschäftigt, heißt es in einer Mitteilung des MPI. Die DNA enthält alle Informationen, die für das Entwickeln und Überleben notwendig sind. Dabei sind immer nur bestimmte Gene ein- oder ausgeschaltet. Die Transkription ist der erste Schritt eines komplexen Prozesses, um ein bestimmtes Gen zu aktivieren. Schilbach hat mit ihrer Forschung die molekulare Struktur von Eiweißkomplexen ergründet, die bei der Transkription eine Rolle spielen.

Neue Behandlungsmöglichkeiten bei Kammerflimmern

Zellen erforschte auch Agata Zielinska vom MPI für biophysikalische Chemie. Sie untersuchte, wie eine befruchtungsfähige Eizelle durch spezialisierte Zellteilung entsteht. Bei dieser sogenannten Meiose wird der Chromosomensatz der Eizelle halbiert. Durch Fehler können so Eizellen mit zu vielen oder zu wenigen Chromosomen entstehen. Dies kann unter anderem zum Sterben eines Embryos führen. Zielinska konnte nachweisen, dass gerade ältere Frauen betroffen sind, weil sich die molekulare Maschinerie der Eizelle im Alter verändert. Forscher würden bislang wenig über die Details der Chromosomen-Verteilung wissen, heißt es in der Mitteilung.

Der theoretische Physiker Thomas Lilienkamp forscht im Team „Biomedizinische Physik“ von Stefan Luther. In seiner Dissertation hat er die Dynamik von Herzrhythmusstörungen mithilfe detaillierter Simulationen betrachtet. Dabei konnte er Komplexitätsschwankungen im EKG zeigen, heißt es in der Mitteilung. So sei Kammerflimmern ein raumzeitliches Chaos, dessen Dauer nicht vorherzusagen ist. Lilienkamp konnte jedoch Merkmale einer Endphase dieses Chaos’ feststellen. Seine Ergebnisse würden nun einen neuen Ansatz zur Diagnose und Therapie von Herzarrythmien eröffnen.

Thomas Lilienkamp erforschte Herzarrythmien. Quelle: r

Lilienkamp und Schilbach sind seit vergangenem Jahr als Postdoktoranden am MPI beschäftigt. Zielinska beendet zurzeit in Cambridge die klinische Phase ihres Medizinstudiums. Die Otto-Hahn-Medaille ist mit 7500 Euro dotiert. Jährlich ehrt das MPG bis zu 30 Wissenschaftler für ihre Leistungen während der Doktorarbeit.

Von Norma Jean Levin

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