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Göttingen Mini-Roboter macht Schlüsselloch-OP möglich
Campus Göttingen Mini-Roboter macht Schlüsselloch-OP möglich
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19:22 17.08.2009
Millimeterarbeit: OP-Roboter setzt punktgenau Bohrhülsen ein. Quelle: umg

Als erste Klinik in Norddeutschland verfügt die Abteilung Neurochirurgie (Direktor: Prof. Dr. Veit Rohde) der Universitätsmedizin Göttingen über den neuartigen Roboter. Nach einer halbjährigen Erprobungsphase haben die Göttinger Neurochirurgen bereits rund 50 Patienten mit Hilfe des Roboters operiert. „Wir setzen den Roboter mittlerweile in der Routineversorgung ein“, sagt Prof. Veit Rohde, Direktor der Abteilung Neurochirurgie an der Universitätsmedizin Göttingen.

Mit dem robotorgestützten Operationsverfahren können die Neurochirurgen der Universitätsmedizin Göttingen erstmalig Versteifungsoperationen an der Wirbelsäule minimalinvasiv durchführen. Bisher waren solche Behandlungseingriffe kaum durch die Schlüsselloch-Chirurgie machbar. „Die Methode mit Roboter verspricht ein geringeres Operationstrauma und kaum Blutverlust. Dies ist ein klarer Vorteil für den Patienten“, sagt Dr. Ramon Martinez-Olivera, Oberarzt der Abteilung Neurochirurgie am Uniklinikum.

Millimetergenau

„Viele Patienten stellen sich vor, dass ein Arzt am Computer sitzt und aus der Ferne den Roboter lenkt“, sagt Prof. Veit Rohde. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Vor der Operation werden zunächst Schichtbilder der Wirbelsäule gemacht, die versteift werden soll. Ein Computer unterstützt dabei, die Daten zu einem dreidimensionalen Modell zu rekonstruieren. An diesen Bildern plant der Operateur die Lage der Stangen und Schrauben. Erst spät kommt der Roboter im Operationssaal zum entscheidenden Einsatz. Er wird an der Operationsstelle über der Wirbelsäule fixiert. Millimetergenau und gemäß der Planung stellt der Roboter Bohrhülsen ein, über die der Neurochirurg Löcher in die Wirbel bohrt.

In diese feinen Löcher platziert der Neurochirurg Schrauben und das Längsgestänge, die für eine Versteifung der Wirbelsäule sorgen. „„Da diese Bohrhülsen nur einen Durchmesser von wenigen Millimetern haben, lassen sich auch die Hautschnitte auf wenige Millimeter reduzieren“, sagt Dr. Martinez. Zur Kontrolle der Feinarbeit dient ein bewährtes Sichtverfahren: Die Arbeit des Roboters und auch des Neurochirurgen wird während der Arbeit durch Röntgenkontrolle ständig überwacht. Bislang setzen lediglich fünf weitere Kliniken in Deutschland ebenfalls diese Technologie ein.
Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen, wie Bandscheibenvorfälle und verschleißbedingte Einengungen des Wirbelkanals, so genannte Spinalkanalstenosen, nehmen zu. Vielfach können diese Erkrankungen minimal-invasiv über Schlüssellochzugänge operiert werden. Vorteile sind kürzere Krankenhausaufenthalte und geringere Schmerzen nach dem Eingriff. Manchmal sind bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen Versteifungsoperationen erforderlich. Hierbei war das Prinzip der minimal-invasiven Operation bislang kaum umzusetzen.

chb/umg

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