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Göttingen Ministerpräsident inspiziert Xlab und gratuliert
Campus Göttingen Ministerpräsident inspiziert Xlab und gratuliert
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19:20 07.01.2011
Von Angela Brünjes
Nebelkammer: David McAllister blickt auf sonst unsichtbare Elementarteilchen.
Nebelkammer: David McAllister blickt auf sonst unsichtbare Elementarteilchen. Quelle: Theodoro da Silva
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Am Freitag, 7. Januar, kam McAllister (CDU) ins Xlab-Gebäude auf dem Nordcampus, gratulierte der 100      000. Kursteilnehmerin und übergab den neuen Förderbescheid des Landes Niedersachsen persönlich der Gründerin und Leiterin des Xlab, Prof. Eva-Maria Neher. 300      000 Euro erhält die Einrichtung nun jährlich vom Land, nachdem die befristete Förderung der Volkswagen-Stiftung 2010 endete. Weitere Geldgeber, so Neher, unterstützen das Xlab.

Lara Jungkind hat Glück gehabt. Die Schülerin der Göttinger Arnoldi-Schule ist die 100      000. Xlab-Kursteilnehmerin. Sie erhält eine Urkunde und ihre Klasse einen Kurs als Geschenk. Lara, im nächsten Jahr Abiturientin, erzählt den Xlab-Gästen: „Was wir in der Schule im Unterricht lernen, können wir hier im Labor in die Praxis umsetzen.“ Sie habe schon Bakterien ein Leucht-Gen eingepflanzt und mit molekularbiologischen Verfahren überprüft, ob im „Chicken-Burger“ nur Geflügelfleisch ist. Und nun ist sie auch, wie McAllister sie nennt, „Miss 100    000“.

Schulklassen aus Hameln, Hannover und Gifhorn sind am diesem Freitag im Xlab. Der Unterrichtsausfall an vielen Schulen in Niedersachsen habe sie am Donnerstag nicht davon abgehalten, nach Göttingen zu kommen, betont Neher. Der Besuch habe sich bewährt, sagt Lehrer Guido Neumann, der seit Jahren Kurstage am Xlab für seine Schüler bucht. Die nutzen diesmal die Neon-Laser besonders. Laser könnten Abitur-Thema sein.

Auf der gelben Etage des Xlab geht es um Chemie. Hier nehmen Schüler vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Hannover Gewässeranalysen vor. Robert Ortmann und Max Goldammer sind zuversichtlich, dass das im Xlab angeeignete Wissen fürs Abitur nützt.
Ministerpräsident McAllister geht in einem Chemie-Labor an vorbereiteten Arbeitsplätze vorbei. Xlab-Leiterin Neher erläutert den Service: „Die Laborplätze sind deshalb vorbereitet, weil wir wollen, dass jeder Schüler in der hier zur Verfügung stehenden Zeit optimal arbeiten kann.“

Ein Aspekt, der Dagmar Finck in guter Erinnerung ist. Die Göttinger Lehramts-Studentin der Physik hat sich nach der Teilnahme an einem Xlab-Physik-Camp fürs Studium entschieden. 2003 erlebte Finck, dass anders als in der Schule, „im Xlab Materialien vorhanden sind und funktionieren. Außerdem schaffte die Arbeit in kleinen Gruppen ideale Bedingungen.“ Ähnliche Erfahrungen und insbesondere den Anstoss, ein Studium der Naturwissenschaften zu beginnen, machten auch Schüler Fabian Hausmann, Neurowissenschaften-Doktorandin Sneha Viswanath und Medzinstudentin Imke Stratmann.

Von den Naturwissenschaften zu überzeugen, bleibt das Ziel von Eva-Maria Neher. Die Biochemikerin will „das Xlab-Konzept weltweit etablieren“. Dass sie anfangs auch in Niedersachsen Überzeugungsarbeit leisten musste, bemerkte sie in ihrem Rückblick auf das zehnjährige Bestehen des Xlab. Ministerpräsident McAllister schien vom Konzept überzeugt. Das Xlab unterstütze mit seinem Angebot das Ziel der Landesregierung, die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu fördern.