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Göttingen Mit „Anmut“ in die Umlaufbahn eingeschwenkt
Campus Göttingen Mit „Anmut“ in die Umlaufbahn eingeschwenkt
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17:29 19.07.2011
Detaillierter als je zuvor: Asteroid Vesta.
Detaillierter als je zuvor: Asteroid Vesta. Quelle: mps
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Das Kamerasystem an Bord von Dawn wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Die Bilder, die zu Navigationszwecken aufgenommen wurden, zeigen den Asteroiden detaillierter als je zuvor. Als die Raumsonde in die Umlaufbahn um den Asteroiden eintrat, trennten sie nur noch etwa 16 000 Kilometer von dem Himmelskörper. Die Ingenieure der Dawn-Mission haben als Zeitpunkt des Einfangs den 16. Juli um etwa 7 Uhr berechnet.

„Mit derselben Anmut, die Dawn auch schon beim interplanetaren Flug der vergangenen Jahre demonstriert hat, ist die Sonde nun auch in die Umlaufbahn eingeschwenkt“, sagt Marc Raymond, Dawn‘s Chefingenieur und Projektleiter der Mission am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA. „Es ist sehr aufregend, dass wir nun erste, detaillierte Bilder einer der letzten unerforschten Welten im inneren Sonnensystem sehen werden.“

Obwohl das Einschwenkmanöver abgeschlossen ist, wird die Anflugphase noch weitere drei Wochen dauern. Während dieser Zeit wird das Dawn-Team weitere Navigationsbilder aufnehmen, Vesta‘s physikalische Eigenschaften untersuchen und Daten zur Kalibrierung sammeln.

Zudem bereiten sich die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung nun intensiv auf Aktivitäten der kommenden Wochen vor. So haben sie etwa erste Falschfarben-Bilder des Asteroiden erstellt. Solche Bilder sind bei der Bestimmung der mineralogischen Zusammensetzung der Oberfläche hilfreich. Denn das Licht, das Vesta ins All reflektiert, enthält viele Anteile im Infraroten. Diese elektromagnetische Strahlung ist zwar für das menschliche Auge unsichtbar, das Kamerasystem kann sie dennoch erkennen. Um diese Informationen und die dazugehörigen mineralogischen Unterschiede auf der Oberfläche sichtbar zu machen, werden die aufgenommenen Frequenzen in den sichtbaren Bereich verschoben, so dass ein Farbbild entsteht.

Die NASA-Raumsonde Dawn ist seit 2007 unterwegs zum Asteroiden Vesta und wird ihn nun etwa ein Jahr lang begleiten. Vesta ist der erste Protoplanet, der Ziel einer Weltraummission ist. Wissenschaftler erhoffen sich von Vesta Erkenntnisse über die frühe Phase der Planetenentstehung. Die Mission DAWN wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

chb/mps