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Göttingen Mit dem Rebhuhn-Projekt setzen Uni Göttingen und Bauern Maßstäbe
Campus Göttingen Mit dem Rebhuhn-Projekt setzen Uni Göttingen und Bauern Maßstäbe
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21:03 07.05.2019
In Göttingen informiert sich die Europaministerin Birgit Honé (rechts) über das Göttinger Rebhuhn-Schutzprojekt – und freut sich über ein Filz-Rebhuhn der Künstlerin Vera Grenner. Quelle: Niklas Richter
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Geismar/Gleichen

Es ist ein echtes Vorzeigeprojekt – europaweit beachtet, europaweit vernetzt und hochaktuell. Und es ist eines von vielen Projekten, die von der EU finanziell gefördert werden: das Rebhuhn-Projekt „PARTRIDGE“ der Uni Göttingen mit lokalen Partnern. Ob die zurzeit laufende finanzielle Förderung über 2020 hinaus gesichert werden kann, ist allerdings offen. Sicher ist hingegen, dass die niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Brigitte Honé , sich genau dafür einsetzen will. Am Dienstag hat sie die Projektfelder im Süden Göttingens während ihrer Tour zur bevorstehenden Europawahl besucht.

„Wirklich eine ganz tolle Arbeit“

„Es ist wirklich eine ganz tolle Arbeit, die Sie hier leisten“, bescheinigte Honé den Vertretern der Uni, beteiligten Landwirten und der Jägerschaft, die in das Projekt eingebunden sind. Gerade die jüngsten Berichte über den Klimawandel und ein weltweites Artensterben untermauerten, wie wichtig solche Projekte seien. Und dass sie im Idealfall von einer breiten Mehrheit getragen werden sollten.

Blühpflanzen bei geismar für die rebhühner. Quelle: Niklas Richter

Dass das bei diesem Projekt zutrifft, bestätigten alle Beteiligten – vor allem aus der Uni und Landwirtschaft. Die Idee des Rebhuhn-Schutzprojektes: Seit Jahren stellen Landwirte im Bereich Nesselröden, Diemarden und Geismar Flächen zur Verfügung, auf denen Blühpflanzen gesät werden. Alleine südlich von Geismar sind so 15 blühende Wiesen entstanden, auf die sich Rebhühner zurückziehen und auf denen sie in Ruhe brüten können.

Rebhühner gehörten zu den Arten, die besonders durch die Kulturlandschaft mit Ackerbau immer weiter verdrängt wurden, erklärt der Diplombiologe an der Uni Göttingen und Projektleiter, Dr. Eckhard Gottschalk. Durch das Projekt sei es inzwischen gelungen, ihren Bestand in der Region zu halten. Hinzu kämen viele andere Vögel und typische Feldtiere, die ebenfalls davon profitieren. Das entscheidende Stichwort sei Biodiversität – also eine biologische Vielfalt durch entsprechende artgerechte Lebensräume.

Das Projekt funktioniere allerdings nur so erfolgreich, weil sich Landwirte daran beteiligen. „Und wir arbeiten wunderbar zusammen“, bestätigte der Geismarer Landwirt Werner Magerhans der Ministerin am Rand eines blühenden Feldes. Dabei sei der ständige Austausch wertvoll für alle Beteiligten – „wir lernen voneinander und miteinander“.

Und das „PARTRIDGE“-Projekt reicht weit über die Region hinaus: Eingebunden sind elf Partner-Projekte in Deutschland den Niederlanden, Belgien, England und Schottland. Es werde durch das Europäische Interreg Nordseeprogramm gefördert, ergänzte Honé. Hinzu kommen weitere Zuschüsse unter anderem von der Jägerschaft, der Göttinger Uni und von Umweltverbänden. Bis 2020 sei die Finanzierung gesichert, so Gottschalk, ein Verlängerungsantrag bis 2023 sei gestellt.

Förderung ja – aber keine neuen Bürokratiehürden

In der Runde waren sich alle einig, dass solche Projekte dauerhaft von der EU finanziert werden müssten – „am besten über die GAB als erste Säule“ bestätigte Honé eine entsprechende Forderung des Bundesvorsitzenden des Deutschen Jagdverbandes, Hartwig Fischer. GAB steht für eine europäische „gemeinsame Agrarpolitik“ und einen Lastenausgleich für Landwirte. Dann aber dürfe es keine belastende Bürokratie und zusätzliche Einschränkungen in der Bewirtschaftung geben wie bei manchen anderen Fördergeldern, konterte der ebenfalls beteiligte Diemardnener Landwirt Wilhelm Isenberg.

Von Ulrich Schubert

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