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Göttingen „Mit den Nerven am Ende“
Campus Göttingen „Mit den Nerven am Ende“
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15:39 15.11.2017
Symbolische Aktion: Schutt im Mensa-Foyer. Quelle: Peter Krüger-Lenz
Göttingen

Es rumpelt im Foyer der Göttinger Zentralmensa, Schuttschwaden ziehen durch die Luft. Vermummte Gestalten spannen Absperrungsbänder um den Haufen. Menschen mit Schildern stellen sich in der Nähe auf, darauf zu sehen sind Löcher in Wänden, seltsam verlegte Kabel und defekte Rohre. „Die schönsten Fotos aus unseren Häusern“, erklärt Lisa Hoffmann, Sprecherin der Gruppe.

Seit rund zwei Jahren verhandeln die Bewohner der Häuser Rotes Straße 1-5 und Burgstraße 52 mit dem Studentenwerk als Träger der Gebäude über eine Sanierung. In den 1970er-Jahren seien die Häuser besetzt worden, um sie vor dem Abriss zu retten, erklärt Hoffmann. Es sei zu Verhandlungen zwischen der Stadt Göttingen und dem Studentenwerk gekommen, in deren Folge die Gebäude an das Studentenwerk übergingen. Sie seien nach damaligem Standard saniert worden, laut Hoffmann beispielsweise mit Pressspanplatten vor dem Fachwerk. „Schimmel und allerlei Getier“ habe sich dahinter angesammelt, sagt Hoffmann.

Immer wieder hätten die Bewohner auf Schäden in den Gebäuden hingewiesen und ein Gutachten über den Zustand gefordert, sagte Hoffmann. Das sei 2010 zugesichert, aber erst 2015 erstellt. Das Ergebnis: Die Häuser sind baufällig und müssen dringend instandgesetzt und saniert werden. Die Kosten dafür belaufen sich laut einem vom Studentenwerk eingesetzten Architekturbüro auf 5,5 Millionen Euro. Der Plan des Studentenwerks: Das Geld soll über die Mieten refinanziert werden. So habe es Prof. Jörg Magull, Geschäftsführer des Studentenwerks, den Bewohnern gegenüber dargestellt.

Die Bewohner halten dagegen, dass der Zustand der Häuser zurückgeht auf „falsche Planung und fehlende Weitsicht des Studentenwerks“. Sie wollen die Kosten nicht alleine tragen. Zudem habe das Studentenwerk immer wieder Versprechungen gemacht, die entweder zurückgenommen oder verleugnet worden seien. Die Aktion zeige, „dass wir mit den Nerven am Ende sind“. Wir sind „wütend und wollen dem Ausdruck verleihen“, erklärte Hoffmann.

Magull erklärte dazu, dass das Studentenwerk den Abbruch der Gespräche bedauere. „Das Sanierungskonzept für die denkmalgeschützten Häuser in der Roten Straße/Burgstraße ist fertig. Wir wollen dort 5,5 Mio. Euro investieren. Voraussetzung für den Sanierungsbeginn ist, dass vorher mit den Bewohnern eine Einigung über das weitere Verfahren und die sich daraus ergebenen Konditionen erzielt wird. Der Vorstand hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig drei Angebote erarbeitet, die den Bewohnern auch vergangene Woche vorgestellt wurden. Unterschiedliche Vorstellungen können nur in einem Dialogprozess zusammengeführt werden. Dieses kann nur im Gespräch geschehen. Meine Tür steht nach wie vor offen.“

Während im Foyer viele der Bewohner der Häuser mit Transparenten und Schildern demonstrierten, gingen einige von ihnen auch in die Speiseräume der Zentralmensa. Dort platzierten sie Abbildungen von Schäden in den Häusern in leeren Rahmen der Ausstellung „Geschmacksache“, die unlängst abgehängt worden war. Laut den Demonstranten habe Magull selbst die Bilder entfernt und entsorgt. Das Studentenwerk erklärte dazu, dass die Plakate ohne Genehmigung angebracht und von mehreren Mitarbeitern des Studentenwerks unter Ausübung ihres Hausrechts sofort wieder entfernt worden seien.

Von Peter Krüger-Lenz

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