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Göttingen 250 Besucher feiern bei der Mittelalter-Mensa
Campus Göttingen 250 Besucher feiern bei der Mittelalter-Mensa
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15:58 10.02.2019
Vogelfrey waren der Headliner der Mittelalter-Mensa. Quelle: r
Göttingen

Dudelsäcke, Met aus Trinkhörnern und traditionelle mittelalterliche Kleidung: Zum vierten Mal hat das Kulturbüro des Studentenwerks Göttingen am Sonnabend die Mittelalter-Mensa veranstaltet. Nicht nur die Forderungen nach Zugaben zeigten: Alle drei Bands des Abends kamen gut bei den 250 Besuchern an.

Mittelalter-Mensa im Foyer der Zentralmensa

Dieses Jahr sei der Sound wieder rockiger, sagte Kris Runge. Der Doktorand ist einer der freiwilligen Helfer, die sich um die Bandauswahl gekümmert haben. Da Haggefugg gerade mit Vogelfrey und Storm Seeker auf Tour sind, habe man gleich alle drei verpflichten können.

Storm Seeker, die sich dem Piraten-Folk-Metal zurechnen, machten den Auftakt. Der Mittelalter-Bezug halte sich hier in Grenzen, sagte Runge. Die Musik sei gitarrenlastiger und klinge deshalb metallischer. „Ich sehe schon, hier sind einige Landratten unterwegs“, rief Sänger Timothy dem Publikum zu. Da müsse man ihnen ja mal zeigen, „how to be a pirate“. Ausgestattet mit Drehleier, E-Gitarren und Schlagzeug spielten die Musiker Songs über Abenteuer, Sehnsucht und das Piratendasein.

Stände mit Schmuck und Gewändern

Am Stand von Elke Kusum Hanstein gab es unter anderem Johanniskraut-Lippenbalsam, Tinkturen und Cremes Quelle: Nora Garben

Die Umbau-Pausen zwischen den Acts konnten die Besucher nutzen, um sich an verschiedenen Ständen umzusehen. Johanniskraut-Lippenbalsam, Tinkturen und Cremes gab es bei Elke Kusum Hanstein. Die selbst gemachten Produkte bietet die Heilpraktikerin etwa dreimal im Jahr auf verschiedenen Märkten an.

Heike Oswald und Jörg Köster fertigen Gewänder, Gürtel und textilen Schmuck nach historischen Vorlagen aus dem 11. Jahrhundert. Quelle: Nora Garben

Wer nach einem Gewand suchte, wurde bei Heike Oswald und Jörg Köster fündig. Das Ehepaar hat sich auf die Brettchenweberei spezialisiert – ein 3000 Jahre altes Handwerk. Die beiden fertigen Gewänder, Gürtel und textilen Schmuck nach historischen Vorlagen aus dem 11. Jahrhundert, erzählte Köster.

Stilechte Kleidung

Sophia Schäfer alias BB Bones macht Schmuck aus den unterschiedlichsten Materialien Quelle: Nora Garben

Ohrringe aus Barbie-Armen, Ketten aus Muscheln oder Silberringe – Sophia Schäfer alias BB Bones macht Schmuck aus den unterschiedlichsten Materialien. Darunter finden sich auch Stücke aus Knochen oder den Häutungen von Spinnen. Sie lege wert darauf, aus Naturprodukten und alten Sachen etwas Neues zu schaffen, erklärte sie.

Zwar war die Mehrzahl der Besucher nicht gewandet, aber einige hatten sich mit ihren Kleidung viel Mühe gegeben: Neben Piraten à la Jack Sparrow hätten die Fellbesätze einiger Gewänder den Rittern der Nightswatch aus Game of Thrones Konkurrenz machen können.

Prost-Mittelalter-Party-Rock mit Haggefugg

Als Zweites eroberten Haggefugg die Bühne. Die Musiker haben sich nach eigenen Angaben dem „Prost-Mittelalter-Party-Rock“ verschrieben. „Haggefugg ist eine junge Band, die schon ziemlich gut ist“, sagte Runge. Die Gruppe biete eine gute Mischung aus modernen und älteren Instrumenten und liefere zudem immer eine gute Live-Performance ab. Das Haggefugg das auch an diesem Abend vorhatte, daran ließ Sänger Yannik keinen Zweifel: „Göttingen, ich will Euer Haupthaar sehen“, spornte er die Zuschauer an. Und die ließen sich das nicht zweimal sagen. Zum Sound von Dudelsäcken, harten Gitarren-Riffs und Schlagzeug gab es Headbanging vom Feinsten.

Die Mittelalter-Mensa live im Video:

 

Vogelfrey übernehmen

Nachdem das Publikum schon angefangen hatte, den Bandnamen zu skandieren, war es um kurz nach halb elf soweit: der Headliner des Abends, Vogelfrey, übernahm. „Was ich an denen so schätze ist, dass man auf den ersten Blick denkt, es handelt sich um eine reine Spaßband, wenn man aber genauer hinhört, trieft die Gesellschaftskritik aus jeder einzelnen Zeile“, betonte Runge.

Für die Musiker von Vogelfrey war es nicht nur der erste Auftritt in Göttingen, sondern auch der erste auf einem Campus überhaupt, erzählten Christopher und Alexander vor dem Konzert. Ihre Songs seien eine Möglichkeit, den Alltag, Zwänge, alles, was einen stört, abzulegen und sich in eine andere Zeit zu versetzen, erklärte Sänger Jannik. Dabei wisse aber jeder, dass es sich um eine romantisierte Darstellung des Mittelalters handele, ergänzte Alex. Und Jannik fasste es so zusammen: „Es ist mehr Herr-der Ringe-Film als eine historische Doku.“ Das kam allerdings ziemlich gut bei Publikum an.

Von Nora Garben

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