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Göttingen NASA-Raumsonde Dawn zeigt unbekannte Seite von Ceres
Campus Göttingen NASA-Raumsonde Dawn zeigt unbekannte Seite von Ceres
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16:01 20.02.2015
Von Angela Brünjes
Quelle: NASA
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Göttingen

Eine beeindruckende Bandbreite an Oberflächenstrukturen, stellten die Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung dort fest: Neben tiefen Kratern, die die gesamte Oberfläche bedecken, erstreckt sich eine halbkreisförmige, kantenartige Struktur über etwa 250 Kilometer. Sie erinnert an eine Art Steilhang.

Ebenso auffällig ist ein großer, heller Krater auf der Nordhalbkugel, der sich deutlich von seiner Umgebung abhebt. Dort lässt sich eine Art Strahlenkranz erahnen: linienförmige, helle Strukturen, die vom Zentrum des Kraters radial nach außen verlaufen. Ähnliche Formationen kommen bei relativ jungen Kratern auf Mond und Mars vor. Auf diesen Himmelskörpern bestehen die hellen Strahlen aus Mond- beziehungsweise Marsmaterial, das durch den Einschlag eines anderen, kleineren Körpers ausgeworfen wurde. Noch ist unklar, ob im Fall von Ceres eine ähnliche Interpretation zutrifft. Ebenso denkbar wäre es, dass ein Einschlag das Material in den hellen Strahlen eingetragen hat.

Da die Sonne bei den aktuellen Aufnahmen links hinter der Raumsonde stand, werfen nur einige Krater ausgeprägte Schatten und wirken deshalb besonders plastisch. Insgesamt deuten die Beobachtungen der vergangenen Wochen darauf hin, dass nahezu die gesamte Oberfläche des Zwergplaneten von Kratern überzogen ist.

Die Dawn Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich.

Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.