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Göttingen Neuauflage von „Ketzer“ erschienen
Campus Göttingen Neuauflage von „Ketzer“ erschienen
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11:55 24.05.2016
Der Göttinger Theologe Prof. Gerd Lüdemann.
Der Göttinger Theologe Prof. Gerd Lüdemann. Quelle: r
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Göttingen

Umfangreiche Anmerkungen ergänzen als Fußnoten den Haupttext auf jeder Seite. Der Untertitel wurde zudem in „Die dunkle Seite des Urchristentums“ geändert. Lüdemann, der bis 2011 an der Universität Göttingen „Geschichte und Literatur des frühen Christentums“ lehrte, setzt sich in seinem Buch mit den Anfängen des christlichen Glaubens in den ersten beiden Jahrhunderten auseinander.

Das Buch:

„Ketzer. Die dunkle Seite des Urchristentums“, zu Klampen Verlag, zweite verbesserte Auflage, 324 Seiten, April 2016

Der Professor emeritus räumt darin mit der weitverbreiteten Meinung auf, das frühe Christentum zeichne sich durch eine große Einigkeit aus und Ketzerei sei ein Phänomen nachfolgender Entwicklungsstadien. Anhand zahlreicher Quellen zeigt Lüdemann, dass diese Sicht zu einseitig ist und als Wunschdenken damaliger Ketzerbestreiter und zahlreicher heutiger Theologen verstanden werden sollte. Sowohl Ketzerei als auch Rechtgläubigkeit seien geeignete Mittel gewesen, um die Machtansprüche jener Zeit durchzusetzen und keine Seite schreckte vor Gewalt oder Fälschungen zurück.

Lüdemann, geb. 1946, lehrte von 1983 bis 1998 „Neues Testament“ an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Göttingen. Sein konfessionsgebundener Lehrstuhl wurde jedoch 1998 in einen nicht-konfessionsgebundenen umgewandelt, da Lüdemann durch seine Forschung mit der Kirche in Konflikt geraten war. Er hatte sich in seinen Veröffentlichungen wiederholt kritisch mit Fragen des evangelischen Bekenntnisses auseinandergesetzt und sich 1998 offiziell vom christlichen Glauben distanziert. sys