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Göttingen Neue Geräte für die Überzeugungsarbeit im Labor
Campus Göttingen Neue Geräte für die Überzeugungsarbeit im Labor
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19:53 05.09.2011
Diskussion: Wilhelm Krull, Eva-Maria Neher, Christian Floto, Joachim Treusch und Michael Hasenpusch (von links). Quelle: Hinzmann
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Zwei Stereo-Mikroskope und eine Kamera hat die Firma Zeiss dem Labor zur Verfügung gestellt. 13 Unternehmen und Stiftungen haben dem Xlab insgesamt 93     000 Euro für die Verbesserung der Ausstattung zur Verfügung gestellt haben. Das würdigte das Labor mit einer Veranstaltung im Justus-von-Liebig-Weg 8.

Der Xlab-Fachbereich Chemie erhielt vom Göttinger Messtechnikunternehmen Sartorius vier Waagen, mit denen sich Substanzen auf das Mikrogramm genau abwiegen lassen. Eine weitere Waage arbeitet noch genauer. „Die Schüler wiegen damit zum Beispiel die Stoffe ab, die sie zur Herstellung von Acetylsalicylsäure, Aspirin, benötigen“, erläutert Fachbereichsleiterin Birgit Drabent. Nach der Synthese können die Schüler das Ergebnis nun mit einem sogenannten HPL-Chromatographen analysieren.

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Eine solche Förderung durch Unternehmen und Stiftungen kann den Staat im Bildungswesen nicht aus der Pflicht entlassen, betonte Prof. Joachim Treusch, der Präsident der Jacobs University Bremen während der Podiumsdiskussion. Der Staat müsse für eine solide Grundfinanzierung des Systems sorgen. Unternehmen und Stiftungen könnten nur die Akzente setzen: im Fall des Xlabs in der Förderung der Naturwissenschaften und der Informatik. Ein Physiker oder Chemiker trage im Jahr 250        000 Euro zum Bruttosozialprodukt bei. Wenn das Xlab nur einen jungen Menschen im Jahr überzeuge, ein solches Fach zu studieren, rechne sich die Investition fürs Schülerlabor bereits für den Staat, argumentierte Treusch.

Zahlen zu den mittlerweile 18      000 Stiftungen in Deutschland, nannte Wilhelm Krull, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands deutscher Stiftungen. Nur fünf Prozent der Stiftungen könnten im Jahr aus ihren Erträgen mehr als 4,6 Mio. Euro verteilen. 14 Prozent der Stiftungen seien im Bereich der Wissenschaftsförderung tätig. Im Forschungsbereich kämen vier Prozent der Drittmitteln von Stiftungen.

Dr. Michael Hasenpusch, der beim Duderstädter Unternehmen Otto Bock für die Forschung und Entwicklung zuständig ist, erläuterte das Interesse der Unternehmen. Angesichts des demografischen Wandels und des sich damit abzeichnenden Fachkräftemangels hätten Firmen ein „originäres Eigeninteresse“ daran, junge Menschen für ihre Berufsfelder zu begeistern. Deshalb unterstütze Otto Bock das Xlab.

Xlab-Leiterin Prof. Eva-Maria Neher berichtete, dass viele Firmen und Stiftungen nur Einrichtungen in einem Umkreis von 50 Kilometern fördern wollten. Schon in Kassel täten sich Geldgeber schwer mit dem Göttinger Xlab. Dabei ist das das „Flaggschiff unter den deutschen Schülerlaboren“, so Prof. Stefan Hell, der Kuratoriumsvorsitzende der Xlab Stiftung.

Von Michael Caspar