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Göttingen Neue Räume für Simulationszentrum der Universitätsmedizin Göttingen
Campus Göttingen Neue Räume für Simulationszentrum der Universitätsmedizin Göttingen
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20:20 29.08.2013
Von Angela Brünjes
Unfall von „Sim-Junior“: Feuerwehrleute Christian Störbrock und André Riesner (r.) üben den Notfall. Quelle: Heller
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Göttingen

Dieses Szenario hat das Team vom Simulationszentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) Besuchern gezeigt, die die Eröffnungsfeier am neuen Standort besuchten. Ziel ist es, die Fachkräfte die Simulation vergessen zu lassen. Das gelingt, weil die Bedingungen der Wirklichkeit sehr nahe kommen.

„In der Simulation können wir pointieren und provozieren“, sagt Oberarzt Dr. Sebastian Russo. Auf diese Art und Weise werden Zusammenarbeit und Kommunikation geschult. Während die Besucher per Video-Übertragung dem Team auf der Station zuschauen, sind die beiden Ärzte und Pflegekräfte voll im Einsatz. Die Lebensfunktionen der Simulatoren werden vom Team im benachbarten Steuerungsraum vorgegeben. Die Patienten ringen mit dem Tod und die Ärzte erfolgreich um deren Leben. Wie im Kurstraining auch, folgt anschließend die Auswertung im Seminarraum.

Crisis-Ressource-Management-Kurse

Ähnliche Szenarien werden in regelmäßig stattfindenden Notfallkursen im Lehr- und Simulationszentrum trainiert. In den so genannten Crisis-Ressource-Management-Kursen werden neben den „technical skills“, den Sofortmaßnahmen zur Lebensrettung, auch die „non technical skills“ geschult. Dabei kommt es vor allem auf eine klare, eindeutige Kommunikation, die Voraussicht von Problemen, die Nutzung von Ressourcen und ein durchdachtes Teammanagement an.

Das Lehr- und Simulationszentrum gibt es seit zehn Jahren. Es ist eines der wenigen Übungszentren in Niedersachsen und gehört nach Angaben des Universitätsklinikums zu den größten in Deutschland. Im Lehr- und Simulationszentrum der UMG können alle Notfälle vom Babyalter über das Kindes- und Jugendalter bis zum Erwachsenenalter simuliert werden. Mehrere Simulationspuppen sowie mehrere „Resusci Anne’s“ zum speziellen Reanimationstraining stehen zur Verfügung.

Mit den neuen Räumen für das Simulationszentrum verfüge die Klinik für Anästhesiologie über herausragende Bedingungen zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Trainings-und Ausbildungskonzeptes, sagte Prof. Michael Quintel, Direktor der UMG-Klinik für Anästhesiologie. Er stellte in seinem Vortrag das Krisenmanagement im Luftverkehr dem in der Intensivmedizin gegenüber. Die Verbindung kommt nicht von ungefähr: Der Begriff Simulation ist eng verbunden mit der Luftfahrtforschung, die seit 1910 mit Simulationen arbeitet.

Info

Das Lehr- und Simulationszentrum hat in seinen neuen Räumen, Von-Siebold-Straße 3, einen Operationssaal, eine Intensivstation und einen Steuerungsraum. Von  diesem aus werden die Simulatoren gesteuert und das Training gefilmt. Außerdem stehen Hörsaal, Seminar- und Konferenzräume zur Verfügung. Die Schulungskurse richten sich an Medizinstudenten der Universitätsmedizin, an Pflegekräfte, Rettungsassistenten, Feuerwehrkräfte sowie Ärzte aus ganz Deutschland.