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Göttingen Neue Selbsthilfegruppe für Schlaganfallpatienten mit Sprachstörungen
Campus Göttingen Neue Selbsthilfegruppe für Schlaganfallpatienten mit Sprachstörungen
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19:00 07.09.2009
Wieder ins Gespräch kommen: Selbsthilfegruppe im Lusienhof mit den Therapeutinnen Edelgard Preiß (li.) und Katja Wucherpfennig (2. von r.)
Wieder ins Gespräch kommen: Selbsthilfegruppe im Lusienhof mit den Therapeutinnen Edelgard Preiß (li.) und Katja Wucherpfennig (2. von r.) Quelle: Hinzmann
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Ich habe festgestellt, dass Patienten nach einem Schlaganfall oft sehr einsam sind und sich danach sehnen, reden zu können“, erklärt Katja Wucherpfennig. Die Göttinger Logopädin leitet zusammen mit der Physiotherapeutin Edelgrad Preiß eine Selbsthilfegruppe an, in der Betroffene sich trotz ihrer Sprachschwierigkeiten austauschen können.

Oft seien die Patienten in einem Pflegeheim, ihre Angehörige lebten nicht am selben Ort. Wortfindungsstörungen, vertauschte Laute oder völlig veränderte Worte machen eine Kommunikation schwer. Viele seien sehr isoliert, so Wucherpfennig, trauten sich aufgrund der Sprachstörungen nicht einmal mehr zum Einkaufen oder nehmen in den Heimen nicht an gemeinsamen Mahlzeiten teil. Lieber lassen sie sich ihr Essen auf ihre Zimmer bringen.

Einmal im Monat trifft sich die Gruppe im Pflegeheim Lusienhof und die Betroffene versuchen, ins Gespräch zu kommen. Angeleitet von den beiden Thearpeutinnnen können die Patienten über ihre Erfahrungen und Gefühle – Wut, Trauer, Wünsche oder Ängste – reden.

„Im Moment gebe ich das Thema vor“, erklärt Wucherpfennig. Beim letzten Mal sei über „Kochen und Essen“ gesprochen worden. Bei einem solch emotionalen Thema gelänge es einigen, ihre Hemmungen vor dem Sprechen zu überwinden.

Weitere Treffen

Die Treffen dauern 45 höchstens 60 Minuten. Die Gruppe ist offen für weitere Mitglieder. Willkommen sind auch Menschen mit Sprachstörungen, aufgrund anderer neurologischer Erkrankungen, wie etwa einer Demenz. Bewohner anderer Pflegeheime könnten eventuell abgeholt werden, so Wucherpfennig. Das müsse im Einzelfall aber noch geklärt werden.

Wenn die Gruppe sich etabliert hat, einen festen Mitgliederbestand hat, „ möchten wir gern auch Angehörige, Freunde und andere Bezugspersonen einladen und uns mit ihnen austauschen“, erklärt Wucherpfennig.

Das nächst Treffen findet am Mittwoch, 9. September, um 15.30 Uhr im Gymnastikraum des Luisenhofes, Zimmermannstraße 8, statt. Eine weitere Zusammenkunft ist für den 7. Oktober geplant.

Von Christiane Böhm