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Göttingen Jesuitenpater Hans-Martin Rieder: „Wer die Schöpfung erforscht, nähert sich dem Schöpfer“
Campus Göttingen Jesuitenpater Hans-Martin Rieder: „Wer die Schöpfung erforscht, nähert sich dem Schöpfer“
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13:41 07.01.2019
Der Neujahrsgottesdienst der KHG in der Universitätskirche St. Nikolai. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Was können Studenten von den sternkundigen Weisen lernen, die laut der Bibellesung am Dreikönigstag vor 2000 Jahren einer auffälligen Himmelserscheinung bis nach Bethlehem gefolgt sind? Dieser Frage ging der Jesuit in der Universitätskirche St. Nikolai nach, wo 50 Studierende mit ihm die Messe feierten. Rieders Antwort: „Wer die Schöpfung erforscht, nähert sich dem Schöpfer.“

Vatikanische Sternwarte

„Wissenschaft ist Anbetung“, zitierte der Pater einen Ordensbruder, der in der Vatikanischen Sternwarte arbeitet. Die Internetseite des Vatikanstaats berichtet, dass Papst Leo XIII. das Observatorium 1891 gründen ließ, „um den beständigen Anklagen gegen die Kirche, sich gegen den wissenschaftlichen Fortschritt zu stellen, entgegenzuwirken.“ Rieder besuchte die wissenschaftliche Einrichtung im Oktober vergangenen Jahres mit Göttinger Studenten während einer Romfahrt. Jesuiten leiten die Sternwarte.

Der Geistliche machte die Studenten auf einen Vortrag in der KHG, Kurze Straße 13, aufmerksam. Am Donnerstag, 17. Januar, um 20.15 Uhr spricht dort Privatdozent Salvatore R. Manmana vom Institut für Theoretische Physik der Universität Göttingen über „Weltbilder in der Physik“.

Studenten verbrennen Myrrhe

Die Sterndeuter, so Rieder, hätten über Offenheit im Herzen und über die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, verfügt. Das Kind, zu dem sie der Stern geführt habe, hätten sie als Messias verehrt und mit Gold, Weihrauch und Myrrhe beschenkt.

Ein Stück Myrrhe konnten die Gottesdienstbesucher darbringen. In einer langen Schlange standen sie im Mittelgang der gotischen Hallenkirche, die im 13. und 14. Jahrhundert erbaut wurde. Nacheinander knieten sie vor dem Altar nieder. Sie legten jeweils ein Stück des aromatischen Gummiharzes, das vom Balsambaum gewonnen wird, in ein Becken mit glühenden Kohlen. Bei der anschließenden Kommunion segnete der Pater Studenten, die ihn mit einem Handzeichen darum baten.

Die Messe endete mit dem dreisprachigen Lied „Feliz Navidad“. Das hatte sich Organist Julius Ruben Napp gewünscht. Napp, der in der KHG den Bundesfreiwilligendienst geleistet hat, war eingesprungen. Der Organist aus dem Duderstädter Ortsteil Westerode, der sein Geld als Verwaltungsfachangestellter verdient, leitet in seinem Heimatdorf den Männergesangverein und seit kurzem auch den Frauenchor in Fuhrbach.

Internationaler Kochkurs

Im Anschluss an den Gottesdienst aßen die Studierenden gemeinsam in der KHG zu Abend. Dort hatte der Internationale Kochkurs der Gemeinde Gerichte aus dem südostasiatischen Staat Myanmar zubereitet. Zehn junge Menschen kochen dort jeweils unter Anleitung eines Einheimischen Speisen aus dessen Heimat. Die Gottesdienste in der Nikolaikirche, die seit 1822 der Universität gehört, werden abwechselnd von der KHG und der Evangelischen Studierendengemeinde ausgeführt.

Von Michael Caspar

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