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Göttingen Diese Göttinger haben den niedersächsischen Wissenschaftspreis gewonnen
Campus Göttingen Diese Göttinger haben den niedersächsischen Wissenschaftspreis gewonnen
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18:03 27.11.2019
Murat Sivis gilt bereits als international anerkannter Experte im Bereich stark nichtlinearer optischer Phänomene auf der Nanoskala. Quelle: R
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Göttingen/Hannover

Zwei Göttinger sind mit dem niedersächsischen Wissenschaftspreis 2019 ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Nachwuchswissenschaftler“ entschied sich eine Jury für den Physiker Dr. Murat Sivis, in der Kategorie „Studierende“ für die Anglistikstudentin Avrina Jos Joslin Thambi. Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU), überreichte die Preise am Mittwoch, 27. November, während eines Festaktes im Landesmuseum Hannover. Insgesamt sind neun Personen ausgezeichnet worden. Alle Preisträger sind an einer niedersächsischen Hochschule tätig.

„Die Preisträgerinnen und Preisträger ehren wir für ihre wissenschaftliche Exzellenz sowie für ihre herausragenden Verdienste für die Hochschulentwicklung in Niedersachsen“, sagte Thümler. Der Minister verlieh die Preise für Forschung, Lehre und Studium an drei Professoren, einen Nachwuchswissenschaftler und fünf Studierende, darunter ein Team.

Preis für Nachwuchswissenschaftler

Murat Sivis, Jahrgang 1981, erhielt einen mit 20 000 Euro dotierten Preis. Sivis studierte Physik an der Universität Göttingen, wo er 2013 mit der Auszeichnung summa cum laude auch promoviert wurde, wie Göttingens Universitätssprecher Romas Bielke informiert. Seit 2009 ist Sivis wissenschaftlicher Mitarbeiter am IV. Physikalischen, 2016 absolvierte er einen Forschungsaufenthalt am National Research Council of Canada in Ottawa sowie an der University of Ottawa. Sivis forscht in der Arbeitsgruppe von Prof. Claus Ropers. Dort konnte er unter anderem als Erster zeigen, dass ein in der Wissenschaft allgemein anerkannter Vorschlag zur effizienten Erzeugung hochenergetischer ultravioletter Strahlung in optischen Nanostrukturen fehlerhaft war. Darüber hinaus gelang es ihm, in Zusammenarbeit mit einem Forschungsteam in Kanada einen alternativen Ansatz zu entwickeln.

Befragt nach seinem Lebensmotto, hat Sivis ein Zitat des aus der Literatur bekannten Detektivs Sherlock Holmes parat: „Nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache.“ Diese Worte würden recht gut verdeutlichen, dass im Offensichtlichen oftmals noch weitere Erkenntnisse verborgen sind, relativiert der Wissenschaftler vermeintlich einfache Lösungen.

Die Studienleistungen von Avrina Jos Joslin Thambi sind von Anfang an mit Bestnoten bewertet worden. Quelle: R

„Herausragende Studienleistungen“

Avrina Joslin, Jahrgang 1992, studierte Englische Philologie an der Christ University in Bangalore, Indien und der Universität Göttingen. Darüber hinaus besitzt sie einen Masterabschluss in „Writing“ der University of Warwick in Coventry, England. In ihrer Masterarbeit an der Universität Göttingen untersuchte sie die politische und mediengeschichtliche Rezeption des feministischen Magazins Trouble and Strife, ein in der feministischen Forschung bislang unbearbeitetes Thema, wie Universitätssprecher Bielke herausstellt. Neben ihren „herausragenden Studienleistungen“ organisierte sie am Seminar für Englische Philologie der Universität Göttingen einen selbst konzipierten Kurs in kreativem Schreiben und beriet internationale Studierende im Hinblick auf das Studium und das deutsche Hochschulsystem.

Für ihre Kurzgeschichte „The Plumage“ wurde sie für den Berlin Writing Prize 2019 nominiert. Der ihr in Hannover verliehene Preis ist mit 3500 Euro dotiert. Sie interpretiert ihn als eine Anerkennung ihrer bisherigen Forschung. „Er motiviert mich für die Zukunft“, versichert die 27-Jährige.

Die Preisträger sind von den Hochschulen vorgeschlagen worden. Die Auswahl übernahm die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen. Für die Kategorie „Lehre“ wurde eine gesonderte Jury eingesetzt, die zur Hälfte aus Studenten bestand. Der Preis wurde zum 13. Mal vergeben.

Die drei weiteren Hauptpreise

Den mit 25 000 Euro dotierten Preis als herausragender Wissenschaftler einer niedersächsischen Universität erhielt Prof. Henrik Mouritsen von der Universität Oldenburg. Durch die Verschränkung der Neurobiologie, Neuroanatomie, Molekularbiologie und Quantenphysik gelingt es ihm, neue methodische Zugänge zur Beantwortung zukunftweisender Forschungsfragen zu entwickeln.

Als herausragender Wissenschaftler einer Fachhochschule wurde Prof. Arno Ruckelshausen von der Hochschule Osnabrück ausgezeichnet. Ruckelshausen bearbeitet Themen wie die globalen Herausforderungen zur digitalen Transformation, nachhaltige Landwirtschaft und Ressourcenschonung. Zudem entwickeln er und sein Team nachhaltige Ansätze in der Agrartechnik. Auch dieser Preis ist mit 25 000 Euro dotiert.

Zum zweiten Mal wurde der Wissenschaftspreis zudem in der Kategorie „Lehre“ vergeben (dotiert mit 25 000 Euro). Mit diesem Preis werden Menschen geehrt, die sich der Lehre widmen. Verliehen wurde dieser Preis an Prof. Lorenz Grigull von der Medizinischen Hochschule Hannover. Neben dem Einsatz innovativer und digitaler Formate engagiert sich Grigull im Bereich der interprofessionellen Ausbildung.

Von Ulrich Meinhard

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