Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen „Noch ein bisschen unübersichtlich“
Campus Göttingen „Noch ein bisschen unübersichtlich“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:44 24.09.2009
Noch skeptisch: Hilke Husmann (l.) und Constanze Ehlers.
Noch skeptisch: Hilke Husmann (l.) und Constanze Ehlers. Quelle: Dickau
Anzeige

„Bis jetzt bin ich total zufrieden“ sagt Felix Müller, der sich vor allem über die Erweiterung der Öffnungszeiten freut. „Das finde ich gut, weil ich meistens erst um zwei Uhr essen gehe.“ Auch für Sebastian Kirchen und Martin Thiele ist das Nachmittagsangebot „genial“ – vor allem, wenn sie in der Uni-Bibliothek fürs Examen büffeln.
Freier Fluss durch Free Flow?
Verwirrung herrscht noch bei den Preisen. Es gebe eine preisliche Verbesserung, ist sich Victoria Fitz sicher. „Die Preise sind gestiegen“, klagt Martin Thiele. Vor allem habe man den Preis bei freier Komponentenwahl nicht mehr so gut unter Kontrolle, geben sich Hilke Husmann und Constanze Ehlers skeptisch. Geteilte Meinungen auch zum neuen Ausgabesystem. Freie Wahl, freie Wege: „Free Flow“ nennt es das Studentenwerk. Aber: „Der Flow ist noch nicht drin“, beschreibt Jette Bock das System, „die Leute blockieren sich noch gegenseitig.“ „Es ist alles noch ein bisschen unübersichtlich“, ergänzt Mareike Jacobs.
Vor allem aber herrscht Skepsis, was den freien Fluss an den Kassen angeht. Der Ansturm zu Beginn des Semesters versetzt alle in Sorge, vor allem, nachdem am ersten Tag die Wartezeit an der Barkasse sehr lang war. Dennoch scheint die neue Mensa gut anzukommen: Vor allem die große, freie Auswahl wird gelobt. Und: „Das Ambiente gefällt mir“, lobt Bock auch das neue Design.

Verwirrung durch Front Cooking und Free Flow

Free Flow-Mensa? Was ist das?“, wundert sich Michael Rother, Schüler des 13. Jahrgangs am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Herzberg. Die angehenden Abiturienten haben sich mit Anglizismen in der deutschen Sprache beschäftigt – ausgehend von der Bericht­erstattung des Göttinger Tageblatts über die neue, im Free- Flow-System umgebaute Zentralmensa. In diesem Fall waren es ihnen deutlich zu viele englische Vokabeln, wie sie in Leserbriefen zum Thema mitteilten.

Kritik am „Saftladen“

„Befindet sich Ihr Fitnesscenter im Speisesaal? Genießen sie es, in einem Saftladen zu sein? Folgen sie einfach dem Free Flow zum Front-Cooking und lassen sich als Adam oder Eva auf eine süße Verführung in aller Öffentlichkeit ein!“ fassen Varinia Pöpel und Jessica Keil einige der Begriffe zusammen, die ihr „Sprachbewusstsein stolpern“ lassen. Auch Marc Schmidt und Sebastian Richter kritisieren den „Saft­laden“, die Fruchtsaftstation der Mensa. Unter dem Wort verstehe er „eher schlechte Betreuung oder mangelnde Qualität“, das sei „sicher nicht wünschenswert für eine derartige Einrichtung“, formuliert er seine Kritik an dem Wortspiel.
„Innovationen in der Sprache, wie Anglizismen“, sollten zwar, wie Marc Schmidt und Sebastian Richter einräumen, „nicht grundsätzlich verhindert werden, da sich Sprache stetig entwickelt.“ Die Verwendung allerdings sollte „mit Bedacht erfolgen und nicht aus Gründen des modischen Klangs.“

Von Helge Dickau

Göttingen Neuartige Infrarotanlage - System plant Fahrverhalten
23.09.2009
Göttingen Entstehung der Wirbeltiere - Formen- und Farben-Vielfalt verstehen
22.09.2009