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Göttingen Stadtrat Nordhausen gibt Forschungsprojekt zum Kriegsende 1945 in Auftrag
Campus Göttingen Stadtrat Nordhausen gibt Forschungsprojekt zum Kriegsende 1945 in Auftrag
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12:01 05.08.2019
Jens Schley (hier mit der Nordhäuser Bürgermeisterin Jutta Krauth) ist geborener Weimaraner und hat einschlägig zur Geschichte der NS-Zeit geforscht. Quelle: r
Nordhausen

Der Stadtrat Nordhausen hat das bislang größte geschichtswissenschaftliche Forschungsprojekt, das die Stadt eigenständig in Auftrag gegeben hat, ins Leben gerufen. Die Schwerpunkte dieses unabhängigen Forschungsprojektes zum Thema „Nordhausen April 1945: Hintergründe, Opfer, Erinnerung“ sind die Bombenangriffe auf Nordhausen kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges und die damit verbundene weitgehende Zerstörung der Stadt. Das Projekt soll von dem Berliner Historiker Jens Schley umgesetzt und von einem internationalen wissenschaftlichen Beirat begleitet werden.

Der vom Oberbürgermeister berufene wissenschaftliche Beirat setzt sich aus den renommierten und im Themenfeld einschlägig tätigen Wissenschaftlern Prof. em. Dr. Claus Füllberg-Stolberg aus Hannover, Dr. Regine Heubaum aus Nordhausen, Dr. Stefan Hördler aus Weimar, Prof. Dr. Christiane Kuller aus Erfurt, Ass. Prof. Dr. Helen Roche aus Durham, Großbritannien und Prof. Dr. Malte Thießen aus Münster zusammen. Der wissenschaftliche Beirat wählte einstimmig Jens Schley zu dem Projektbeauftragten. Der geborene Weimarer forschte bereits zur Geschichte der NS-Zeit.

Erinnerungskultur

Schley betont: „Es ist für mich eine große Herausforderung und auch Ehre, hier von einem unabhängigen wissenschaftlichen Standpunkt aus eine Diskussion begleiten zu dürfen, die die Erinnerungskultur Nordhausens über Jahrzehnte prägte und immer noch prägt. Mein Ziel ist es, dieser sehr vielschichtigen und auch kontroversen Diskussion bereits vorhandene und dann auch neue Forschungsergebnisse in Form einer kompakten und nachhaltigen Studie zum Kriegsende in Nordhausen 1945 produktiv gegenüberzustellen.“

Die Rahmenbedingungen der Studie werden durch den Stadtrat bestimmt. „Es geht um eine wissenschaftliche Rekonstruktion und Einordnung der Luftangriffe auf Nordhausen am 3. und 4. April 1945, um eine möglichst genaue Analyse der Zahlen zu den Luftkriegstoten und eine Einordnung des politischen und gesellschaftlichen Gedenkens an die Luftangriffe nach 1945 bis in die Gegenwart,“ so Schley. Dafür will sich der Historiker an zugänglichen Archiven und Quellen zu diesem Thema bedienen: „Neben den behördlichen Überlieferungen ermöglichen natürlich auch die persönliche Zeitzeugenschaft das ganze Bild. Hierbei wird es aber auch sehr wichtig sein, die angesprochenen sehr unterschiedlichen Personengruppen zu berücksichtigen, die im April 1945 zum Zeitpunkt der Bombenangriffe gleichzeitig an einem Ort waren“, sagt er.

Von Isa Kroeschell

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