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19:38 10.07.2009
Eröffnen das neue Labor: Prof. Joachim Münch (2. v. l.) und Prof. Reinhard Selten (r.).
Eröffnen das neue Labor: Prof. Joachim Münch (2. v. l.) und Prof. Reinhard Selten (r.). Quelle: Pförtner
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Prof. Joachim Münch, Vizepräsident der Universität Göttingen, steht im sechsten Stock des Blauen Turms vor einem roten Band. Es trennt die Besucher vom neuen „Göttingen Laboratory of Behavioral Economics“ der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Hinter dem Band sollen bald 16 Computer stehen, an denen unter der Leitung von Prof. Claudia Keser computergestützte Experimente durchgeführt werden. An jedem Platz wird eine Kabine installiert, damit Probanden anonym arbeiten können. „Heute eröffnen wir das Laboratorium, um viele verschiedene Situationen zu simulieren“, sagt der Vizepräsident der Universität. Nobelpreisträger Prof. Reinhard Selten, Ehrendoktor der Universität Göttingen, eröffnete das Labor im Rahmen der Verleihung der Ehrendoktorwürde an ihn.

Psychologische Grundlagen für ökonomisches Handeln sollen durch Simulationen in dem Labor erforscht werden, sagt Keser. Meist seien diese Simulationen abstrakt und modellhaft. Vor einem Experiment erkläre die Leitung den Studierenden zunächst die Spielregeln, so Keser.

Finanzielle Anreize

Um eine zusätzliche Motivation zu schaffen, würden finanzielle Anreize geboten. Je nachdem wie gut das Endergebnis des Probanten sei, desto höher auch sein Erlös. „Manche erhalten am Ende sechs Euro, andere 60“, erklärt sie. Eines der ersten Forschungsziele der experimentellen Wirtschaftsforschung in Göttingen sei es, Vertrauen und Vertrauenswürdigkeit zu messen.

Die Probanden werden in zwei Gruppen eingeteilt: Virtuelle Summen können in dieser Simulation transferiert werden. Der Adressat bekomme nicht die gesendete Summe, sondern das Dreifache. In mehreren Runden werde beobachtet, wie sich die Probanden verhalten. „Einige Experimente werden zu komplexen Ergebnissen führen, manche zu soliden und andere zu heiklen oder sogar chaotischen“, ist sich Münch sicher.

Von Florian Heinz