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Göttingen Orientierungskurse für Oberstufenschüler im Xlab Göttingen
Campus Göttingen Orientierungskurse für Oberstufenschüler im Xlab Göttingen
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20:48 30.05.2013
Orientierungskurs im Xlab: Agentur für Arbeit-Leiter Klaus-Dieter Gläser (rechts) und Xlab-Leiterin Neher (3.v.r.) bei einem Biologie-Kurs. Quelle: EF
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Göttingen

Sie probieren die Handhabung der Pipetten, ordnen sie in den Ständern und lesen nochmal die genauen Mengenangaben der Substanzen in der Arbeitsanleitung nach. Sie haben die Anweisung, sich nicht stören zu lassen, berichtet Prof. Eva-Maria Neher, Leiterin des Xlab.

In dem viertägigen Orientierungskurs wird an jedem Tag in einem anderen Naturwissenschaftsbereich gearbeitet. An diesem Tag steht Molekularbiologie auf dem Lehrplan: PCR-MRSA, ein Schnelltest zum Nachweis multiresistenter Bakterien. Nicht unbedingt Schulniveau.

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Die Kurstage teilen sich in einen theoretischen und einen experimentellen Teil, auf den besonderen Wert gelegt wird. Er soll den Schülern den Einblick in Studienalltag und Laborarbeit gewähren. „Hier erfährt man, wie wissenschaftliches Arbeiten wirklich funktioniert“, berichtet Stefan Harig.

Der Abiturient aus Bad Sachsa weiß noch nicht, was er später werden möchte. Ein naturwissenschaftliches Studium komme aber in Frage: „Ich bin hergekommen zur Orientierung. Vielleicht um zu wissen, was ich später studieren möchte, sicherlich auch, was ich nicht studieren möchte.“

Gute Resonanz

Ob eine spätere Laborarbeit zu den Teilnehmern passt, kann realitätsnah erprobt werden, „Weil hier auch Geräte sind, die man in der Schule nicht hat“, berichtet Hannah Knöss, Kursteilnehmerin aus Butzebach bei Gießen.

Nicht nur die Arbeit in einer wissenschaftlichen Einrichtung kann ausprobiert werden. In den Abendveranstaltungen lädt das Xlab regelmäßig Studierende aus Göttingen ein, um den Schülern von ihrem Studium zu berichten. So erfahren die Kursteilnehmer, was ihnen im Studium bevorsteht; welche Voraussetzungen es gibt, welcher Arbeitsablauf sie erwartet oder wie einzelne Seminare organisiert werden.

Die Orientierungskurse werden mehrmals im Jahr angeboten und stoßen auf gute Resonanz. Bereits zwölf Anmeldungen liegen für den nächsten Kurs vom 12. bis 15. August vor. Dabei ist die Teilnehmerzahl begrenzt auf 16 Schüler. Für den letzten Kurs mussten auch Absagen erteilt werden, berichtet Paul Mühlenhoff, Biologielehrer am Xlab.

23 Anmeldungen waren eingegangen. „Die Wege hier zum Xlab sind manchmal auch schwer ergründlich“, stellt Mühlenhoff fest. Viele Schüler seien durch engagierte Lehrer auf die Möglichkeit der Studienorientierung hingewiesen worden. Einige seien aber auch durch die Suche im Internet auf diese Gelegenheit gestoßen.

Sehr viel Spaß

Die Teilnehmer kommen so aus dem gesamten Bundesgebiet. Gefördert wird das Xlab von der Bundesagentur für Arbeit. Diese Zusammenarbeit soll weiter intensiviert werden, indem den zukünftigen Kursteilnehmern etwa ein Berufsberater im Xlab für ein individuelles Beratungsgespräch zur Verfügung steht.

Auf die Frage, wie der Kurs ihm gefallen habe, antwortet Harig: „Sicherlich anstrengend, aber da es sehr viel Spaß macht, auch gut zu überstehen“. Knöss bestätigt überdies die Orientierungshilfe, die diese Veranstaltung geben kann. Zwar sei sie sich ihrem Studienwunsch der Humanmedizin bereits im Vorfeld sicher gewesen, der Kurs habe sie darin aber bestärken können.

Die Möglichkeit naturwissenschaftlich interessierten Schüler einen breiten Überblick über die Fachrichtungen zu geben, schätzt die angehende Abiturientin als sehr hilfreich ein.

Von Daniela Lottmann

► Alles zum Xlab unter: xlab-goettingen.de