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Göttingen Paralympics-Sportler im Windkanal
Campus Göttingen Paralympics-Sportler im Windkanal
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19:17 09.11.2010
Körperhaltung im Blick: Paralympics-Nationaltrainerin Maike Hujara schaut Anna Schaffelhuber zu.
Körperhaltung im Blick: Paralympics-Nationaltrainerin Maike Hujara schaut Anna Schaffelhuber zu. Quelle: DLR
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Sie untersuchten mit Sportmedizinern der Universität Göttingen in einem Windkanal der TU Hamburg-Harburg die Haltung. „Wir wollen herausfinden, welche Körperhaltung für die Sportler am schnellsten ist“, sagt Maike Hujara, Trainerin der Mannschaft.
Fünf der sieben teilnehmenden Athleten sind Rollstuhlfahrer und nutzen einen bobähnlichen Monoski, einem fehlt ein Arm. Monoskis wurden für Rollstuhlfahrer entwickelt, die auf diese Weise sitzend den Skisport ausüben können. Die Körperhaltung und damit der Luftwiderstand sind dabei anders als bei nichtbehinderten Skifahrern.
„Wir messen den Luftwiderstand, den Auftrieb der Ski und die Kippmomente – also Kräfte, die einen Fahrer nach hinten oder vorne drehen können“, erklärt Prof. Andreas Dillmann vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik. Daraus sollen sich Anhaltspunkte ergeben, wie die Körperhaltung verbessert werden kann. Wer eine Haltung mit geringerem Luftwiderstand einnimmt, fährt schneller als sein Konkurrent. In dem großen Niedergeschwindigkeitswindkanal werden die Sportler mit bis zu 130 Stundenkilometern angeblasen – Geschwindigkeiten, die auch bei der Skiabfahrt erreicht werden.
„Im Gegensatz zu nichtbehinderten Sportlern gibt es über die optimale Haltung von Körperbehinderten keine gesicherten Erkenntnisse“, sagt Dillmann. In der Vergangenheit hat das DLR bereits nichtbehinderte Wintersportler unterstützt. Sowohl die Rennrodler, als auch die Bobfahrer und Skispringer sind 1974 in Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele in einem Göttinger Windkanal untersucht worden.

jes/eb