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Göttingen Pflanzenzüchter der Universität Göttingen testen „Open-Source Saatgut Lizenz“
Campus Göttingen Pflanzenzüchter der Universität Göttingen testen „Open-Source Saatgut Lizenz“
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12:00 08.12.2018
Tomaten der Sorte „Sunviva“ wachsen im Öko-Zuchtgarten der Universität Göttingen. Quelle: r
Göttingen

Saatgut als Gemeingut schützen und so für alle zugänglich machen: Das wollen Pflanzenzüchter der Universität Göttingen und der Verein Agrecol. Gemeinsam haben sie eine Initiative gestartet, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift „PLoS Biology“ veröffentlicht wurden.

„Wir beobachten mit großer Sorge, dass weltweit der Zugang zu Zuchtmaterial durch privatwirtschaftliche Interessen zunehmend eingeschränkt wird. Unter anderem Patente verhindern, dass wichtige Eigenschaften züchterisch stärker genutzt werden“, sagt Dr. Bernd Horneburg aus der Abteilung Pflanzenzüchtung der Universität. Abhilfe soll durch die „Open-Source Saatgut Lizenz“ des Vereins geschaffen werden. Der Verein erprobt sie gemeinsam mit der Universität und Horneburgs Initiative „Culinaris – Saatgut für Lebensmittel“.

Durch die Lizenz geschütztes Saatgut kann von jedem kostenlos genutzt, weitergegeben und weiterentwickelt werden, teilt die Universität mit. Die einzige Bedingung ist, dass es allen zugänglich bleibt und keine Patente, Sortenschutz oder exklusive Rechte geltend gemacht werden. Die Lizenz umfasst auch Folgeentwicklungen und kann rechtlich durchgesetzt werden.

„Die Bewegung für Saatgut als Gemeingut ist in den letzten sechs Jahren stärker geworden – vermutlich wegen wachsender Privatisierung und der Marktkonzentration im Saatgutsektor“, sagt Horneburg. Insbesondere in Deutschland, den USA, Indien und Ost-Afrika sei dies ein Thema. Es gebe eine große Nachfrage durch Verbraucher, da immer mehr Händler lizenzierte Tomatensorten anbieten würden, sagt der Projektleiter Dr. Johannes Kotschi.

Daher war die Cocktail-Tomate „Sunviva“ aus dem ökologischen Freiland-Tomatenprojekt der Abteilung Pflanzenzüchtung im vergangenen Jahr die erste Sorte, die eine Open-Source-Lizenz bekam. Durch das Freiland-Tomatenprojekt sollen neue optimal angepasste Sorten entwickelt werden, indem über ein Netzwerk Zuchtmaterial und Wissen ausgetauscht werden. Neben der „Sunviva“ sind inzwischen auch Mais, Weizen und weitere Tomatensorten lizenziert worden.

Saatgut für die „Sunviva“-Tomaten und andere Sorten ist im Online-Shop von „Culinaris – Saatgut für Lebensmittel erhältlich.

Von Norma Jean Böger

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