Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Professor Wolfgang Viöl sucht Kooperationspartner für Plasma-Projekte
Campus Göttingen Professor Wolfgang Viöl sucht Kooperationspartner für Plasma-Projekte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 31.08.2019
Botschafter der Plasmatechnologie: Professor Wolfgang Viöl zu Gast in der Firma Zuelch Industrial Coatings. Quelle: r
Anzeige
Lerbach

Um Industriepartner für gemeinsame Projekte im Bereich optischer Technologien hat Professor Wolfgang Viöl von der Göttinger Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Lerbach geworben.

Vor allem für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die die Plasmatechnologie nutzen, machte sich der HAWK-Vizepräsident für Forschung und Transfer bei einer Veranstaltung in den Räumen des Lackherstellers Zuelch Industrial Coatings stark. „Derzeit bewerben wir uns für die zweite Phase des Forschungsprogramms Plasma for Life“, berichtete der Hochschullehrer 50 Teilnehmern. 1,2 Millionen Euro müssten die mehr als zehn gesuchten Unternehmen aufbringen. Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung stelle dann weitere 4,5 bis 4,7 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.

Mittel zur Fachkräftegewinnung

„Mit dem Geld wird die Stelle eines Forschers an der HAWK finanziert, der dann an einer Fragestellung des Unternehmens arbeitet“, ergänzte der Göttinger Innovationsmanager Bernd Schieche. In der Vergangenheit seien die Wissenschaftler nach Abschluss der jeweiligen Projekte in der Regel zum Unternehmen gewechselt. Diese könnten sich so qualifizierte Mitarbeiter sichern.

„Mit der Plasmatechnologie lassen sich zum Beispiel Oberflächen so behandeln, das Lacke besser ins Material eindringen, stärker haften und sich optimaler verteilen, was den Verbrauch senkt“, berichtete Carl-Bodo Zülch von der Firma Zuelch. Da Unternehmen, das von Zülchs Vater in dritter Generation geführt wird und mit 35 Mitarbeitern knapp sechs Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, hat das Verfahren im vergangenen Jahr an Holzoberflächen getestet. Wenn ein Kunde eine entsprechende Anlage zur Vorbehandlung der Oberflächenin Kooperation mit der HAWK entwickeln würde, werde Lerbach optimal an die Oberflächen angepasste Lacke produzieren, stellte Zülch in Aussicht.

Hersteller lässt Entwicklung in der Schublade verschwinden

„Wir haben bereits ein Gerät zur Plasma-Vorbehandlung von Flächen zusammen mit einem deutschen Hersteller von Baumarktartikeln bis zur Serienreife entwickelt“, verriet Viöl. Seit 2017 sei das Gerät fertig. Zum Leidwesen der Entwickler habe das Unternehmen jedoch beschlossen, das Gerät vorerst nicht zu produzieren.

„Beim vergleichsweise grobporigen Holz verändert das Plasma das Material bis in eine Tiefe 0,6 bis 0,8 Millimeter“, beantwortete der Professor eine Publikumsfrage. Bei Metallen und Kunststoffen würde dagegen nur eine wenige Nanometer dicke Schicht verändert. Die Oberflächen behielten ihre Eigenschaften unter Laborbedinungen bis zu sechs Monate. In schmutzigen Umgebungen würden sie sie dagegen schneller verlieren. „Plasma kann eine Teflonbeschichtung überflüssig machen“, führte der Professor aus. Eine solche Schicht, die für eine höhere Temperaturbeständigkeit sorge, sei dünner als Teflon und hafte besser.

Medizinische Anwendungen

„Eine Reihe von medizinischen Anwendungen haben wir gemeinsam mit der Duderstädter Firma Cinogy entwickelt“, führte Viöl aus. Ihr Plasmagerät zur Wundbehandlung rege bei einer 90-sekündigen Behandlung die Durchblutung der Haut über Stunden an. Entzündungen würden gehemmt. Das beschleunige das Abheilen. Mittlerweile gebe es eine Cinogy-Tochter in Berlin. Sie fertige unter anderem ein mit der HAWK entwickeltes Plasmagerät zur Faltenreduktion. Das Plasma erzeuge dabei auf der Haut winzige Löcher, durch die der Körper Hyaluronsäure aufnehme. Der gelartige Wasserspeicher lasse Falten verschwinden.

Mitveranstalter des Abends in Lerbach waren die Wirtschaftsförderung Region Göttingen und das Mekom Regionalmanagement.

Von Michael Caspar

Das Land Niedersachsen hat die Kita am Nordcampus die besondere Auszeichnung „Konsultationskita“ verliehen. Zur Übergabe der Urkunde schaut Kultusminister Grant Hendrik Tonne persönlich vorbei.

31.08.2019

Nachts hinterm Tresen stehen und am Tag studieren? Das kann ordentlich an die Substanz gehen. Ein Stipendium schafft Raum fürs sorgenfreie Lernen. Wie aber bekommt man solche Unterstützung? Wir haben mehrere Stipendiaten gefragt.

30.08.2019

Nach dem Rücktritt des Stiftungsratsvorsitzenden der Universität Göttingen hat Barbara Ischinger den Vorsitz übernommen. Der freie Platz von Wilhelm Krull im Stiftungsrat ist neu zu besetzen.

30.08.2019