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Göttingen Projekt für bessere Holzqualität: HAWK und Universität Göttingen kooperieren
Campus Göttingen Projekt für bessere Holzqualität: HAWK und Universität Göttingen kooperieren
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17:05 17.06.2019
Nadelholz – wichtigster Lieferant für Bau- und Konstruktionsholz. Quelle: iStock.com/avtg
Göttingen

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördert mit 1 073 000 Euro ein Forschungsprojekt, an dem die HAWK und die Universität Göttingen beteiligt sind. Das Ziel des Projektes mit dem Titel „Future Wood“ besteht darin, eine Pflanzstrategie für die Produktion von Nutzholz zu entwickeln, die an die Klimaveränderungen angepasst ist und zugleich die Qualität des Holzes sichern kann.

In den vergangenen 30 Jahren mussten Forstwissenschaftler ihre Pflanzstrategie an Klimaveränderungen wie zunehmende und stärkere Stürme oder längere und heißere Trockenperioden anpassen, indem sie weniger Bäume pro Hektar pflanzten, um mehr Standfestigkeit zu erhalten. Mit zunehmender Widerstandsfähigkeit der Bäume nahm jedoch die Holzqualität deutlich ab. Denn die mit größeren Abständen gepflanzten Fichten wachsen schneller und bilden dabei weniger Jahresringe, was zu einer geringeren Herausbildung von Spätholzanteilen, die dichteres Gewebe bilden, und einer Minderung der Holzfestigkeit führt. Die Folge ist ein Qualitätsverlust des Bauholzes aus Fichte, das laut Forschern nicht mehr den Ansprüchen klassischer Fertigkeitssortierung entspreche.

Eigenschaften bestimmen

Im Rahmen des Projektes sollen daher Wissenschaftler der Fakultät für Ressourcenmanagement der HAWK Göttingen, der Fakultät für Forstwissenschaften der Universität Göttingen und des Frauenhofer Instituts WKI Braunschweig Fichten und Douglasien aus zwei unterschiedlichen Waldbausystemen untersuchen. Sie sollen die jeweiligen Wuchseigenschaften und die holzphysiologischen (Fertigungs-)Eigenschaften herausfinden.

Das Projekt soll dabei helfen, ökologisch nachhaltig die Produktion von qualitativ hochwertigem Nadelholz für die Holzwirtschaft unter Berücksichtigung der wichtigsten waldbaulichen und ökologischen Aspekte zu sichern. Die Waldbausysteme, die im Forschungsprojekt untersucht werden, dienten als Grundlage für eine modellhaft entwickelte Wertschöpfungskette der Bauholzproduktion. Diese soll eine ökonomische Vergleichbarkeit der im Projekt entwickelten Bewirtschaftungskonzepte ermöglichen.

Verändertes Qualitätsangebot

Auch mit Blick auf die nahe Zukunft soll das Forschungsprojekt dazu beitragen, auf das veränderte Qualitätsangebot aus Beständen mit schneller wachsenden Nadelhölzern zu reagieren. So werden am Frauenhofer Institut die Nadelhölzer auf ihre Eignung für anspruchsvolle und hochwertige Produkte wie Sperrholz, Furnierschichtholz (LVL) und Brettschichtholz hin untersucht. Damit sollen die Einflüsse moderner Klebstofftechnologie und angepasster Holzsortierung berücksichtigt werden.

Um eine umfassende ökologische Bewertung der erwünschten naturfreundlichen und nachhaltigen Waldbaukonzepte zu ermöglichen, sollen außerdem Strukturcharakteristika der untersuchten Bestände aufgenommen und detaillierte Vegetationsaufnahmen zu pflanzlicher Artenvielfalt und Standortsgüte erstellt werden. Das Forschungsprojekt soll 2022 abgeschlossen werden und als Strategiegrundlage für die darauffolgenden Aufforstungsprogramme dienen.

Neben den oben genannten Göttinger Projektpartnern und dem Frauenhofer Institut für Holzforschung WKI in Braunschweig sind die Firma Egger Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG, die Niedersächsischen Landesforsten, der Landesbetrieb Hessenforst, die Oldershausen Hofos GmbH und das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern an dem Projekt beteiligt. Der Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe des BMU.

Von Isa Kroeschell

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