Rennfahrzeug trotz Corona gebaut: E_HAWK20 aus Göttingen kann an den Start gehen
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Rennfahrzeug trotz Corona gebaut: E_HAWK20 aus Göttingen kann an den Start gehen

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09:06 27.12.2020
Teammitglieder Jonas Antonczyk (Scrum Master, rechts), Moritz Borchert (Scrum Master) und Liv Meyer-Berhorn (Public Relations).
Teammitglieder Jonas Antonczyk (Scrum Master, rechts), Moritz Borchert (Scrum Master) und Liv Meyer-Berhorn (Public Relations). Quelle: r / Blue Flash / HAWK
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Göttingen

Trotz aller Lieferschwierigkeiten und widriger Umstände durch die Corona-Pandemie: der E_HAWK20 ist fertig. HAWK-Studierende haben das Rennfahrzeug fertiggestellt und wollen im kommenden Jahr bei der Formula Student in Spanien fahren.

Die Jungfernfahrt des E_HAWK20 fand in Zwickau statt. Quelle: r / Blue Flash / HAWK

„Die ersten Anzeichen, dass die Corona-Epidemie sich auf das Team Blue Flash aus Göttingen auswirken könnte, bemerkte Jonas Antonczyk im Dezember 2019“, teilt die HAWK mit: „Die Zellen, aus denen wir am Ende unseren Akku zusammenbauen, bestellen wir direkt beim Hersteller in China – und da hatten sich die Lieferzeiten immer weiter verlängert.“ Antonczyk ist mittlerweile einer der Teamleiter beim HAWK-Hochschulprojekt „Blue Flash“, das bei der Formula Student teilnimmt und für die nationalen und internationalen Konstruktionswettbewerbe jährlich ein elektroangetriebenes Rennfahrzeug baut.

Irgendwann war es auch für das Blue-Flash-Team so weit, wegen des ersten Lockdowns ins Homeoffice zu gehen. „Zu diesem Zeitpunkt steckten die Studierenden mitten in der Fertigung ihres neuen Rennfahrzeugs, dem E_HAWK20“, so Florian Aue, Sprecher der HAWK. Aus fast täglichen Meetings in der Konstruktionswerkstatt an den Zietenterrassen, in Räumen der Fakultät Ingenieurwissenschaft und Gesundheit, wurden für die kommenden Wochen unzählige Videokonferenzen aus dem Homeoffice.

Eher Coach als Chef

Außerdem änderte das Team die Organisationsstruktur von einer hierarchischen auf die Scrum-Arbeitsmethodik. „Dabei hat jedes Teammitglied die Möglichkeit, die Umsetzung der Aufgabenpakete frei zu gestalten“ sagt Liv Meyer-Berhorn, die seit einigen Monaten neu dabei und für PR und Social Media zuständig ist. Ein Sponsor habe das Team mit einem vermittelten Workshop diese Arbeitsweise nähergebracht, erklärt Antonczyk den Arbeitswechsel und der nun statt Teamleiter ein sogenannter „Scrum Master“ wird, eher Coach als Chef.

In der Vor-Coronazeit sei es immer klarer geworden, dass die alte hierarchische Herangehensweise zu viel Arbeitsbelastung für die leitenden Projektmitglieder bedeutete, so Aue – Und sich negativ auf das Team auswirkte. „Bei der neuen Arbeitsweise wird in kleineren Teams und in kurzen Intervallen gearbeitet. Dem schließen sich regelmäßige Präsentationen in Teammeetings an.“

Die Fertigung des Fahrzeugs konnte also nach Eintreffen der Komponenten unter neuen Vorzeichen fortgesetzt werden: Unter Hygieneauflagen und mit entsprechender Vorsicht baute das Team Blue Flash das Fahrzeug im Sommer fertig. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit mehr, es zu fahren. Die Formula Student Organisatoren hatten weltweit die Wettbewerbe abgesagt.

Platz für größere Fahrer

Der E_HAWK20 wurde trotz Corona-Pandemie pünktlich fertiggestellt. Quelle: r / Blue Flash / HAWK

Zusammen mit anderen befreundeten Formula-Student-Teams testeten die Göttinger dann im September in Sachsen beim Open-Air-Treffen „Zwickau meets friends“ ihr Fahrzeug das erste Mal. Das Ergebnis: Weitere Verbesserungen werden geplant. „Es soll ein verbessertes Ergonomiekonzept geben, damit auch größere Fahrer die Rennfahrzeuge steuern können“, sagt Antonczyk: „So etwas hatten wir noch nicht, weil es auch einen höheren finanziellen Aufwand darstellt, aber so etwas können wir nun in Angriff nehmen.“

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Die nächsten offiziellen Wettbewerbe seien für 2021 geplant, unter anderem wolle das Team mit einem fertigen EHAWK_20 in Spanien antreten, Antonczyk. Für die Formula Student Germany am Hockenheimring stehe die Qualifikation im Januar an. Da die Konkurrenz durch Corona sehr schwer einzuschätzen sei, könne er nur schwer Chancen vorhersagen, sagt Antonczyk. Er sei aber optimistisch.

Von Nadine Eckermann

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