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Göttingen Neues Spezialfahrzeug für Intensivtransporte in Göttingen
Campus Göttingen Neues Spezialfahrzeug für Intensivtransporte in Göttingen
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09:26 07.02.2019
Für Intensivtransporte schwer kranker Patienten haben die Uniklinik Göttingen, das DRK, der Landkreis und die Stadt Göttingen ein neues Spezialfahrzeug in Betrieb genommen. Quelle: Ulrich Schubert
Göttingen

Er hat etwa 400 000 Euro gekostet, beherbergt moderne Medizintechnik, ist außergewöhnlich geräumig und einmalig in seiner Art: der neue ITW Südniedersachsen – ein Spezialfahrzeug für den Transport schwerkranke Patienten. Seit einem halben Jahr ist der Intensivtransport-Wagen (ITW) im Raum Göttingen im Einsatz. Am Mittwoch haben Vertreter von Stadt und Landkreis Göttingen, der Uniklinik (UMG), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Göttinger Berufsfeuerwehr das Fahrzeug offiziell in Betrieb genommen.

Eine Erfolgsgeschichte

„Das ist die ersehnte Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte“, sagte Dr. Markus Roessler, Ärztlicher Leiter der Rettungsdienste im Landkreis Göttingen einschließlich Kernstadt. Begonnen habe diese 2008 nach langen Vorgesprächen auch mit dem Land Niedersachsen. Damals habe der Landkreis Göttingen mit seinen Partnern im Rettungswesen ein Provisorium gestartet, das immerhin 11 Jahre gut Dienste geleistet habe.

Der ITW im Video:

 

Kurz zuvor hatte das Land die Kommunen über ein neues Rettungsdienstgesetz verpflichtet, auch Intensivtransporte zu organisieren. Das sind Patiententransport von einer Klinik in eine andere unter hohem medizinischen Aufwand. Die Patienten sind so schwer angeschlagen, dass sie zum Beispiel beatmet und ihr Kreislauf stabilisiert werden müssen. Für eine spezielle Behandlung werden sie zum Beispiel aus der Region ins Klinikum Göttingen verlegt, oder von Göttingen in eine Spezialklinik.

3000 Intensivtranporte in 11 Jahren

Die Medizin werde immer besser, Kliniken würden sich immer mehr spezialisieren, erklärte Roessler. Die Folge: mehr Intensivtransporte. Vor elf Jahren habe es im Raum Göttingen etwa 250 Transporte pro Jahr gegeben. 2016 waren es 333, im vergangenen Jahr 407 – Tendenz steigend. Summiert waren es bisher mehr als 3000.

Bisher hatten die Göttinger dafür ein „sehr günstiges und gut funktionierendes Duales System mit Roll-In-Trage“ umgesetzt, so Roessler: Für Intensivtransporte wurde eine etwa 100 000 Euro teure Trage, die mit viel Medizinequipment ausgestattet war, in einen normalen Rettungswagen geschoben. Das Fahrzeug fiel für den üblichen Krankentransport aus – „und es war ausgesprochen eng im Wagen“, ergänzte Thomas Gerlach, Geschäftsführer des DRK in Südniedersachsen.

220 PS unter der Haube

Das neue Fahrzeug stehe jetzt ausschließlich und sofort – ohne Umbau – für Intensivtransporte zur Verfügung. Auf dem Fahrwerk eines 8,8-Tonnen-Lkw mit 220 PS starkem Motor gibt es eine 4,20 mal 4,40 große Kabine, in der Patient, eine neue Roll-In-Trage und drei Betreuer bequem Platz haben. Stationiert wird es in der DRK-Rettungswache in Lenglern. Gefahren wird es von DRK-Mitarbeitern und Mitgliedern der Göttinger Berufsfeuerwehr. Die Patienten werden von Ärzten der UMG betreut.

Mehr Fotos vom ITW:

 

Träger des ITW sind der Landkreis und die Stadt Göttingen. Finanziert wird er über ihre Vereinbarungen mit den Krankenkassen für den Rettungsdienst. „Es ist sehr erfreulich, dass wir ein gutes Provisorium jetzt so erweitern können“, sagte Göttingens Feuerwehrdezernent Christian Schmetz. Das sei für den gesamten Landkreis wichtig, ergänzte Marlis Dornieden als Ordnungsdezernentin des Landkreises.

 

Von lrich Schubert

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