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Göttingen Riesenmolekül Polymer in vielen Stoffen
Campus Göttingen Riesenmolekül Polymer in vielen Stoffen
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18:10 07.07.2011
Ohne Polymere nicht machbar: Herstellung von Kunststoffsträngen in einem BASF-Werk.
Ohne Polymere nicht machbar: Herstellung von Kunststoffsträngen in einem BASF-Werk. Quelle: BASF
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Chemiker hätten sich in früheren Zeiten vor allem in ihren Laboren verschanzt und zu wenig für die Öffentlichkeitsarbeit getan, so der Vortragende.

Buback ist der Öffentlichkeit nicht zuletzt durch die Tatsache bekannt, dass er der Sohn des 1977 von der Rote Armee-Fraktion (RAF) ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback ist. Seit Anfang der 80er Jahre machte der Sohn als Chemiker an der Universität Göttingen Karriere. 1995 übernahm er schließlich die C4 Professur für „Technische und Makromolekulare Chemie“.

„Die Gesamtheit der Stoffe, die man auf der Erde findet, beruhen auf einer geringen Anzahl an chemischen Elementen“, erklärt Buback seine Faszination für sein Fach. Die Polymere seien da ein Extremfall, denn sie setzten sich im wesentlichen aus zwei Elementen zusammen: Wasserstoff und Kohlenstoff. Ein Polymer ist – einfach gesagt – ein riesig großes Molekül, das aus vielen Einzelbausteinen, so genannten Monomeren, zusammengesetzt ist.

Aus diesem Molekül lasse sich eine Menge herstellen und unsere heutige Welt sei ohne Polymere gar nicht mehr vorstellbar, betont der Referent, denn Polymere treten vor allem in Gestalt des allgegenwärtigen Kunststoffes auf, der aus ihnen hergestellt wird.

Entscheidend für die Eigenschaften des Kunststoffes sei die Anordnung der Monomere. Seien die Polymere zum Beispiel stark vernetzt, würden feste, kaum dehnbare Kunststoffe gebildet. Bei der Anordnung in einfachen Ketten entstehe hingegen elastisches Material.

Die Verpackungsindustrie, der Baubereich, die Automobil- und Elektroindustrie seien ohne Polymere also nicht denkbar. Aber auch in Kosmetik, Kleidung und in Pharmaprodukten seien sie zu finden.

Die Vorteile von Polymeren als Werkstoffe liegen vor allem in der geringen Dichte (wenig Gewicht), der Verformbarkeit, der Beständigkeit, der integralen Herstellbarkeit und in der großen Variierbarkeit, erläutert Buback.

Die Beständigkeit könne bei der Herstellungsmenge von 230 Millionen Tonnen pro Jahr aber auch zum ökologischen Problem werden. Deswegen seien junge Wissenschaftler gefragt, die sich beispielsweise mit der Abbaubarkeit von Kunststoffen beschäftigten und sich zum Ziel setzten diese zu verbessern. Angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums und den sich ständig verändernden Lebensbedingungen in der modernen Welt lautete Bubacks Appell am Ende des Vortrags: „Ohne Chemie können wir nicht überleben!“

Von Marie Varela