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Göttingen Schwierige Entscheidungen im Klinikalltag – das Ethikkomitee der UMG hilft seit zehn Jahren
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Schwierige Entscheidungen im Klinikalltag – das Ethikkomitee der UMG hilft seit zehn Jahren

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14:03 01.12.2020
„Gerade in der Intensivmedizin und in palliativmedizinischen Situationen müssen immer wieder schwierige Entscheidungen getroffen werden“, betonte Martin Siess als Vorstand Krankenversorgung in der Universitätsmedizin. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Das Klinische Ethik-Komitee (KEK) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) besteht seit zehn Jahren. Zeit für einen kurzen Rückblick: Seit der Gründung im Herbst 2010 habe das Komitee 132 ethische Fallbesprechungen auf den Stationen der Universitätsklinik abgehalten, heißt in der am Dienstag vorgestellten Bilanz. Das Komitee leiste damit Hilfe in ethischen Konfliktsituationen im klinischen Alltag. Solche Konflikte ergäben sich etwa aus Fragen, welche Behandlung im Interesse eines Patienten sei, wer für nicht selbst entscheidungsfähige Patienten entscheide oder ob eine Patientenverfügung auf die aktuelle Behandlungssituation anwendbar sei.

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„Ziel des Klinischen Ethikkomitees ist es, einen offenen und professionellen Umgang mit ethischen Fragen und Konflikten des klinischen Alltags zu ermöglichen und den ethisch informierten Dialog zu fördern“, sagte der Vorsitzende Prof. Alfred Simon. Werde eine ethische Fallbesprechung gewünscht, komme ein Team von zwei Komitee-Mitgliedern auf die Station. Alle Gespräche würden absolut vertraulich behandelt. Die Mitglieder des Komitees stünden unter Schweigepflicht.

KEK-Vorsitzender Prof. Alfred Simon Quelle: UMG/r

Therapiebegrenzungsbogen, Behandlungsvereinbarung und Krisenpass angestoßen

Mitglieder des KEK nahmen seit 2010 auch an Visiten, Teambesprechungen und Konferenzen teil. Das Komitee organisierte 43 interne und öffentliche Veranstaltungen sowie mehrere Fortbildungen. Komitee-Mitglieder waren zudem als Referenten bei vielen Veranstaltungen von Selbsthilfegruppen, Kirchengemeinden oder Fortbildungseinrichtungen im Einsatz. Darüber hinaus initiierte das Komitee Projekte wie einen Therapiebegrenzungsbogen, eine Behandlungsvereinbarung und einen Krisenpass für psychiatrische Patienten.

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Dem KEK an der Universitätsmedizin gehören Ärzte, Pflegekräfte, Vertreter aus den Bereichen Medizinethik, psychosoziale Betreuung, Verwaltung, Seelsorge sowie von Selbsthilfegruppen an. Das Komitee kooperiert nach eigenen Angaben mit dem Zentrum für Medizinrecht der Universität Göttingen sowie der Patientenfürsprache und dem Meinungs- und Beschwerdemanagement der Uniklinik.

Schwierige Entscheidungen in Intensiv- und Palliativmedizin

„Gerade in der Intensivmedizin und in palliativmedizinischen Situationen müssen immer wieder schwierige Entscheidungen getroffen werden“, betonte Martin Siess als Vorstand Krankenversorgung in der Universitätsmedizin. Hier leiste das Ethikkomitee eine extrem verantwortliche und ethisch abwägende Arbeit. Das spürten die Menschen vor Ort, sie schätzten die Beratung und Empfehlungen durch das Komitee.

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Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens hat das KEK einen 10-Jahresbericht mit einem Überblick über seine vielfältigen Aktivitäten herausgegeben sowie eine Video- und Podcast-Reihe „Ethik einfach erklärt“ gestartet.

Die Reihe richtet sich an Mitarbeitende der UMG, an Patienten und ihre Angehörigen sowie an sonstige an ethischen Fragestellungen Interessierte im Zusammenhang mit einer Patientenversorgung.

Von Lea Lang mit epd