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Göttingen Seelenschmerz und Herzerkrankung
Campus Göttingen Seelenschmerz und Herzerkrankung
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21:13 04.07.2011
Von Angela Brünjes
Depressionen: Auch das Herz der Patienten kann erkranken.
Depressionen: Auch das Herz der Patienten kann erkranken. Quelle: dpa
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Der Mediziner Thomas Meyer hat den Ruf auf die Professur angenommen und spricht am Mittwoch, 6. Juli, in seiner Vorlesung zum Amtsantritt über „Herz, Psyche und Moleküle. Perspektiven der Molekularbiologie zum Verständnis psychokardiologischer Krankheiten“.

Wer unter Depressionen leidet hat ein erheblich höheres Risiko, an Verengungen der Herzkranzgefäße oder an einem Herzinfarkt zu erkranken als psychisch gesunde Menschen. In der UMG-Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie will Meyer diese Zusammenhänge ebenso untersuchen wie die festzustellende Erkrankung an Depressionen nach einem Herzinfarkt.

Das Forschungsgebiet von Meyer dreht sich um die biochemische Signalverarbeitung bei Herzerkrankungen. Er untersucht die biochemischen Prozesse der Interferon-vermittelten Signaltransduktion. Dabei spielt der Botenstoff Interferon eine wichtige Rolle. Er dient der Kommunikation zwischen den Zellen, um Entzündungen im Körper zu bekämpfen.

„Die Forschungen auf dem Gebiet der Signalverarbeitung mit Interferonen sollen dazu beitragen, ein besseres Verständnis der Entwicklung von Depressionen bei internistisch erkrankten Patienten zu bekommen. Vielleicht ist es dann bald möglich, den Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und psychischen Erkrankungen zu entschlüsseln und besser zu behandeln“, sagt der Mediziner Meyer, der neben einem Doktorgrad der Humanmedizin auch in Promotionen in den Fächern Philosophie/Sozialwissenschaften und Biochemie absolviert hat.

In Bonn, Heidelberg und Berlin hat Meyer, Jahrgang 1963, Humanwissenschaften studiert. In Göttingen wurde er 1994 promoviert. Vier Jahre später habilitierte er sich für das Fach Experimentelle Kardiologie und erweiterte seine Venia legendi ein Jahr später um das Fach Innere Medizin. Nach der Zeit als Assistenzarzt in der UMG-Abteilung Kardiologie und Pneumologie und als außerplanmäßiger Professor wechselte Meyer nach Marburg. Dort baute er eine selbständige Arbeitsgruppe am Biomedizinischen Forschungszentrum auf und besetzte im Jahr 2009 die Stiftungsprofessur für das Fach Molekulare Kardiologie. Im Februar dieses Jahres ist Meyer dem Ruf auf die W2-Professur für Molekulare Psychokardiologie in der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen gefolgt.

Die Vorlesung von Prof. Thomas Meyer beginnt am Mittwoch, 6. Juli, um 17.30 Uhr im Zentrum Psychosoziale Medizin, Universitätsmedizin Göttingen, Von-Siebold-Straße 5, Großer Hörsaal.