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Campus Göttingen Sendung-mit-der-Maus-Team filmt mit Göttinger Wissenschaftlern
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00:29 14.05.2018
Aufnahmen in der Lehmfarbenwerkstatt von Siebert Stuck: Kai von Westerman, Jan Marschner, Dominic Disqùe und Anna-Lena Vogel (v.l.). Quelle: Sandra Eckardt
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Göttingen

Können, Erfahrung, Innovation – drei Begriffe, die kennzeichnend sind für viele Gewerke und Jahrhunderte zurückreichen. Um dieses besondere Erfahrungswissen anschaulich zu machen, wurden für ein wissenschaftliches Projekt zwei Lehrfilme über den Lehm- und den Orgelbau gedreht.

„Das Ziel war, dem lange schon stattfindenden Abgesang auf das Sterben des traditionellen Handwerks etwas entgegenzusetzen, nämlich die Innovationsfähigkeit in den Gewerken, die auf Erfahrungswissen beruhen“, sagt Dorothee Hemme, Mitarbeitern am Institut für Kulturanthropologie. Sie hat die Entstehung der beiden Filme wissenschaftlich begleitet.

Filme sollen Eingang in die Ausbildung finden

Entstanden sind die Filme im Rahmen des Forschungsprojektes „Objekte der Könner“, an dem die Göttinger Institute der Volkswirtschaftslehre, Handwerksforschung und Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie sowie das Kölner Institut für Berufsbildung im Handwerk beteiligt waren. Das Besondere an dem Projekt: Es sollte nicht nur der Wissenschaft dienen, sondern ebenso dem Handwerk. Daher wurden auch Lehrmodule entwickelt, die sich in der Handwerksausbildung verwenden lassen. Auch die Filme sollen Eingang in die Ausbildung finden.

Ausgewählt zur Verfilmung wurden aus insgesamt zehn Gewerken der Orgel- und Lehmbau, weil sie sehr unterschiedlich sind. „Der Orgelbau war in Zünften organisiert, das Wissen ist seit dem Barock gesichert“, so Hemme. „Lehm war allgegenwärtig, ein Volksbaustoff, so dass es keine Zunftorganisation oder geregelte Lehmbauerausbildung gab.“ Das wurde zum Problem, da die Lehmtradition mit der industriellen Revolution und der massenhaften Verwendung von Zement und anderer Dämmmaterialien, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg fast vollständig abriss. Erst mit dem Aufkommen des Themas Nachhaltigkeit und gesundem Bauen seit den 1980er Jahren lässt sich erneutes Interesse am Lehm feststellen.

Filmteam kommt mit den besten Referenzen

„Nach und nach wurde der Lehm den Anforderungen des modernen Bauens angepasst und standardisiert“, sagt Hemme. „Aber das Wissen ist noch nicht auf alle Architekten und Handwerker gekommen.“ Mit dem Film soll gezeigt werden, was der Baustoff alles kann – eben nicht nur in der Denkmalpflege, sondern auch in der modernen Architektur.

Verantwortlich für die Realisierung des Filmprojektes war die Flash Filmproduktion aus Köln, die von vornherein als Partner eingeplant war. Denn das Filmteam um Produzent Jan Marschner kommt mit den besten Referenzen: Für die Sendung mit der Maus werden Info-Filme gedreht; für ihre anschauliche Darstellung komplexer Sachverhalten wurden sie auch schon von der Gesellschaft für deutsche Sprache ausgezeichnet.

Rund zwei Jahre dauerte die Vorbereitung und Abstimmung zwischen Dorothee Hemme und Jan Marschner, bis das Konzept der Filme stand, Partnerunternehmen gefunden waren und der Dreh beginnen konnte. Was Marschner sehr schätzte: das offene Format, nicht wie bei der Sendung mit der Maus auf einen acht Minuten Clip beschränkt zu sein, sondern Raum für anschauliche Darstellungen zu haben.

„Filme sind vorrangig für ein Fachpublikum“

„Die beiden Filme sind vorrangig für ein Fachpublikum“, so Marschner. „Für Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen, weil es sie beruflich interessiert oder ihre Leidenschaft ist. Bei einem Film für die Sendung mit der Maus darf es hingegen keine Voraussetzung geben, jeder muss das nachvollziehen können.“

Eine Herausforderung bestand darin, mit den Wissenschaftlern eine gemeinsame Sprache zu finden, um die Vorstellungen mit den technischen Möglichkeiten in Einklang zu bringen. Was aber am Ende hervorragend geklappt hat. „Die Zusammenarbeit vor Ort war sehr herzlich und angenehm“, so Marschner.

Die beiden Dokumentationen „Lehm: Baustoff der Zukunft“ und „Kopie und Intonation: Erfahrungswissen von Reiner Janke haben eine Länge von rund 40 Minuten und sind auf dem Youtube-Kanal der Universität Göttingen zu sehen.

Von Sven Grünewald

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