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Göttingen So verbringen Göttinger Studierende das Weihnachtsfest
Campus Göttingen So verbringen Göttinger Studierende das Weihnachtsfest
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18:05 21.12.2018
Viele Studierende wollen zwischen den Jahren weiterlernen.
Viele Studierende wollen zwischen den Jahren weiterlernen. Quelle: dpa
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Göttingen

 Weihnachten unter Prüfungsdruck statt Weihnachten unterm Christbaum: Für viele Studierende bietet die Adventszeit wenig Zeit zum Verschnaufen. Auf dem Campus der Universität Göttingen bereiten sie auch kurz vor den Feiertagen Klausuren, Hausarbeiten und Präsentationen vor. Dennoch erzählen die meisten, dass sie ihren Heiligabend traditionell mit der Familie verbringen – und sich eine Pause gönnen.

„Ich versuche auch zu lernen, aber ein gesundes Lernen“, sagt der Wirtschaftspädagogikstudent Marc, 28 Jahre. Quelle: Böger

„Weihnachten passt zeitlich nicht so gut wegen der Klausuren“, scherzen drei BWL-Studierende am Café Campus. Die Prüfungsphase beginnt an manchen Fakultäten schon im Januar, sodass kaum Zeit bleibe, zwischen den Jahren auszuspannen.

Schnitzel und Gesellschaftsspiele

Miron Trappmann nimmt sich die Zeit und fährt nach Hause nach Kassel. „Am 23. Dezember ist immer großes ’Coming Home’. Da sehen sich alle Leute, die sich so in der Welt verteilt haben, in einer Bar wieder“, sagt der 24-Jährige. Er studiert Sport und Englisch auf Lehramt. „An Heiligabend essen wir Raclette und am ersten Weihnachtstag Truthahn.“

Die Lehramtsstudierenden Katharina Worczinski, 23 Jahre, und Miron Trappmann, 24 Jahre, wollen Weihnachten bei ihren Familien verbringen. Quelle: Böger

Auch die 23-jährige Julia, die nur mit Vornamen genannt werden möchte, fährt zu ihrer Familie nach Rostock. „Ich nehme mir Karteikarten für zwischen den Jahren mit“, sagt die Jurastudentin. Aber an Weihnachten selbst will sie sich ausruhen. „Am Nachmittag an Heiligabend kommen wir alle zusammen: Meine Oma, mein Bruder, meine Schwester, meine Mama und ich“, erzählt sie. Der Familienbrauch: Schnitzel essen und Gesellschaftsspiele spielen. „Das machen wir öfter, aber im Weihnachtsambiente ist es schöner.“

Heiligabend in der Kirche

Einen ganz traditionellen Abend mit Gänsebraten und Geschenken will Dounia Roubehie Fissa verbringen. Die 24-jährige Lübeckerin verbringt eigentlich gerade ihr Erasmussemester an der Universität von Bologna, fährt über die Feiertage aber zu ihrer Familie. „Gefühlt studiert halb Lübeck in Göttingen. Wir könnten eine Fahrgemeinschaft machen“, meint sie. An Heiligabend besucht ihre Familie den Gottesdienst, genau wie die ihrer Freundin Celina Marie Christoph. „Wir gehen immer um 18 Uhr in die Kirche“, sagt die 23-Jährige, die wie Fissa Jura studiert.

„Wir fahren nach Österreich zum Ski fahren. Das Essen gibt es dann im Hotel und wir werden wichtel“, sagt BWL-Student Lukas Horchler, 25 Jahre. Quelle: Böger

Die Geschichts- und Religionsstudentin Leonie Kether besucht das Krippenspiel in der Kirche. Außerdem wird sie selbst das Festmahl zubereiten: „Bei uns gibt es Roastbeef in Rotwein-Schalotten-Sauce mit Risotto“, sagt sie. „Das Roastbeef stammt von einem Anglerrind. Das ist eine alte Rinderrasse, die nur geschlachtet wird, wenn genug Abnehmer da sind.“

Fisch statt Fleisch

Statt Fleisch gibt es bei Philipps Familie an Weihnachten Fisch. „Das Essen ist schon Tradition“, sagt der 28-Jährige aus Kassel. „Ich werde die ganze Familie abklappern, von den Eltern bis zur Oma. Bescherung machen wir eigentlich überall.“ Aufs Lernen verzichtet er zwischen den Jahren. Aber frei hat er trotzdem nicht: „Ich arbeite bei einer Firma, die Reinigungsarbeiten macht.“

„Ich werde die ganze Familie abklappern, von den Eltern bis zur Oma. Bescherung machen wir eigentlich überall“, sagt der Philipp, 28 Jahre, der VWL und modernes China studiert. Quelle: Böger

So wie die anderen plant auch Lukas Horchler nicht viel Freizeit ein. Der BWL-Student schreibt gerade an seiner Bachelorarbeit. „Ich muss zwischen den Jahren gleich weiter schreiben. Sonst wird es langsam knapp“, sagt er. An Weihnachten aber nimmt er sich mit der Familie frei. „Wir fahren nach Österreich zum Ski fahren. Das Essen gibt es dann im Hotel und wir werden wichteln.“

Die Jurastudentinnen Dounia Roubehie Fissa, 24 Jahre, und Celina Marie Christoph, 23 Jahre, gehen an Heiligabend mit ihren Familien in die Kirche. Quelle: Böger

„Gesundes Lernen“

Marc feiert Heiligabend bei seinen Eltern, die in Eschwege wohnen. „Wir machen eine Brotzeit mit Käse, Schinken und passendem Wein dazu“, sagt der 28-jährige Wirtschaftspädagogikstudent. Den Brauch habe er mal aus dem Allgäu mitgebracht. „Ich versuche auch zu lernen, aber ein gesundes Lernen.“ Dafür plant auch die Jurastudentin Julia Pausen ein: „Das Weiterlernen geht danach besser.“

Wer zwischen den Jahren lernen möchte, kann Sonnabend und Sonntag, 22. und 23. Dezember, und zwischen den Jahren von Donnerstag bis Sonntag, 27. bis 30. Dezember, zwischen 10 und 20 Uhr die Zentralbiliothek und die Bereichsbibliothek Medizin besuchen. Viele Bereichsbibliotheken wie das Oeconomicum, die Fortwissenschaftliche und die Kulturwissenschaftliche Bibliothek bleiben von Sonnabend, 22. Dezember, bis Dienstag, 1. Januar, geschlossen. Auch die Zentralbibliothek schließt über die Feiertage.

Von Norma Jean Böger

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