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Göttingen Geologen wollen Göttingens Untergrund besser erkunden
Campus Göttingen Geologen wollen Göttingens Untergrund besser erkunden
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10:00 31.05.2019
Der Göttinger Wald: Aber was liegt darunter? Quelle: r
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Göttingen

Wie sieht das Göttinger Leinetal eigentlich in bis zu vier Kilometern Tiefe aus? Antworten darauf können Wissenschaftler der Universität Göttingen künftig mit einer neuen Software suchen. Wie die Pressestelle der Universität mitteilt, handelt es sich bei der Software um eine Spende des britischen Unternehmens Petroleum Experts. Die Spende umfasst Lizenzen im Wert von mehr als einer Million Pfund. „Wir sind Petroleum Experts sehr dankbar für die großzügige Förderung unserer Forschung“, sagt Prof. Jonas Kley vom Geowissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen. „Da wir mehrfache Lizenzen erhalten haben, können wir das Programm auch sehr gut in der Lehre einsetzen.“

Software für Geologie. Quelle: r

Ein Beispiel für den künftigen Einsatz der Software, so erläutert Kley, sei das Leinetal. „Der steile Anstieg des Geländes zum Göttinger Wald bildet einen großen Bruch im Untergrund ab“, so Kley weiter. An der Erdoberfläche lasse sich die Linie des Bruchs kartieren, unklar sei jedoch, wie und wie tief der Bruch im Boden verläuft. Selbst geophysikalische Untersuchungen wie die seismische Erkundung der Universität Göttingen 2015 hätten auf diese Frage keine eindeutige Antwort liefern können.

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Mit der neuen Software lassen sich Kley zufolge nun die Effekte modellieren, die zum Beispiel eine Störung auf die Neigung der Gesteinsschichten und ihre Verteilung im Leinetal hätte. „Diese Vorhersagen können wir mit der geologischen Karte und der seismischen Erkundung vergleichen und so verschiedene Hypothesen testen“, erklärt der Wissenschaftler. „Das Ganze geht so schnell, dass unsere Studierenden es in Lehrveranstaltungen selbst ausprobieren können.“

Informationen für Energieversorgung

Ob die Störung steil oder flach verläuft, habe möglicherweise auch Einfluss auf die zukünftige Energieversorgung von Universität und Universitätsmedizin Göttingen. „Wenn diese künftig geothermische Energie nutzen wollen, wäre eine Möglichkeit, zerrüttete und deshalb Wasser führende Gesteine entlang der Störung anzubohren – allerdings erst in einer Tiefe von vier bis fünf Kilometern, wo das Wasser heiß genug ist“, teilt Kley mit. Geologische Modellierung mit der neuen Software erlaube eine Vorhersage, wo die Störung diese Tiefe erreicht und eine Bohrung anzusetzen wäre – ob noch im Göttinger Stadtgebiet oder viel weiter im Westen.

Von Britta Bielefeld

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