Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Eignungstest wird an Universität Göttingen abgeschafft
Campus Göttingen Eignungstest wird an Universität Göttingen abgeschafft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 27.03.2018
Theorie und Praxis sind im Sportstudium von Anfang an angesagt.
Theorie und Praxis sind im Sportstudium von Anfang an angesagt. Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen

Seit 18 Monaten Ist in Gremien und der Fachschaft über die Abschaffung des Sporteignungstests diskutiert worden. „Das Sportstudium soll barrierefrei werden“, erklärte Prof. Gerd Thienes, Leiter des Sportinstituts, die Gründe. Die meisten Teilnehmer, die den Aufnahmetest nicht bestehen, haben eine körperliche Beeinträchtigung: Nach Angaben von Thienes sind sie zu klein, zierlich oder haben eine Behinderung. Das Sportinstitut der Universität Göttingen wolle in Zukunft jedem das Studium der Sportwissenschaften ermöglichen.

Anforderungen decken nur Bruchteil ab

Nach den Änderungen in der Masterverordnung Niedersachsen kann jede Universität nun eigenständig darüber entscheiden, ob sie einen Eignungstest durchführen oder andere Zugangsvoraussetzungen festlegen will. Die Universität Göttingen reagierte als eine der ersten Hochschulen bundesweit mit der Abschaffung des regulären Sporteignungstests.

Die Abschaffung gelte nach Angaben der Fachgruppe Göttingen zunächst für zwei Jahre. Der bisher durchgeführte Test sei nicht valide, hieß es. Die praktischen Anforderungen würden nur einen Bruchteil der tatsächlichen Anforderungen im Studium darstellen.

Studium zur Wissenserweiterung

Der Sporteignungstest der Universität Göttingen behandelte hauptsächlich Elemente der Leichtathletik, Breitensport sowie Schwimmen. Sportler mit anderen Fähigkeiten verringerte das die Chancen, zum Studium zugelassen zu werden, da dies bislang ausschließlich über den Eignungstest möglich war. „Das Sportstudium soll in erster Linie das theoretische Fachwissen optimieren und nicht die motorische Kompetenz verbessern“, erklärte Thienes. Es gebe ja auch keine Theorieprüfung vor dem Studium. Die Studierenden würden schließlich in das Studium gehen, um ihr Wissen zu erweitern, nicht weil sie dieses bereits hätten.

400 Anmeldungen bedeuten einen gigantischen Verwaltungsaufwand, so Thienes. In der Regel seien etwa 300 Personen zum Test erschienen. Man könne stattdessen nicht 300 Motivationsschreiben verlangen und Vorstellungsgespräche führen, meinte Thienes. Viele angehende Studierende, die durch eine Disziplin des Eignungstests durchgefallen waren, stellten einen Aufnahmevertrag, um dennoch einen Studienplatz zu erhalten. Diesen Menschen soll das Studium nach Angaben von Thienes jetzt gewährt werden.

Vergleich mit dem Sportabzeichen

Bundesweit gebe es bisher kein fundiertes Konzept eines Sporteignungstests, berichtete die Fachgruppe Sport an der Universität Göttingen. Die Qualität eines Studiums solle sich allerdings durch Anforderungen auszeichnen, die während der Studienzeit an die Studierenden gestellt werden. „Für ein Sportstudium muss man nicht zwangsläufig gut in mehreren Sportarten sein“, meinte auch Thienes.

Dieses Kriterium habe der bisher geltende Eignungstest dem Sportinstitut zufolge auch nicht erfüllen können. Das Institut stellte bei bestanden Teilnehmern Nachfragen an: Viele der angehenden Sportstudenten trainierten nicht für den Test. Die Anforderungen seien niedriger als die des Sportabzeichens, daher sei der Test einfach zu leicht, so Thienes.

Das Sportinstitut will in Zukunft regelmäßige Evaluationen durchführen. Über die Entwicklung von Lehre und Ziele des Studiums soll diskutiert werden. Die Anforderungen in den Praxiskursen sollen jedoch nicht gesenkt beziehungsweise verändert werden, betont Thienes.

Von Lisa Hausmann

Göttingen Deutsches Primatenzentrum Göttingen - Neue Broschüre zu Forschungsthemen
26.03.2018
Göttingen Astronomietag in Göttingen - Raumkreuzer auf dem Weg zum Mars
25.03.2018