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Göttingen Politikstudent wirbt für Beteiligung an Europa-Wahl
Campus Göttingen Politikstudent wirbt für Beteiligung an Europa-Wahl
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16:09 08.05.2019
40 Parteien treten bei der Europawahl an. Politikstudent Bosse Spohn will dazu motivieren, zur Wahl zu gehen. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

Viele junge Menschen sehen Europa positiv, gehen aber nicht wählen, viele ältere driften in Skeptizismus und Populismus ab. Dieser Entwicklung tritt Bosse Spohn entgegen, der in Göttingen Politikwissenschaft und Geschichte studiert. Der 22-Jährige hat an Workshops teilgenommen und unterstützt die Kampagne „Spread the Vote – Young European Elections 2019“ .

Das heißt soviel wie „Verbreite Deine Stimme“. Unter diesem Slogan organisieren die Bundeszentrale für politische Bildung, das Deutsch-Französische Jugendwerk und das Deutsch-Polnische Jugendwerk transnationale Begegnungen, um junge Menschen zu „Europa-Influencern“ zu machen, die Gleichaltrige über soziale Netzwerke zur Wahl motivieren. Spohn ist zwar auf Twitter und Instagram aktiv, betrachtet sich allerdings nicht als Influencer, sondern eher als Multiplikator, um die europäische Idee zu verbreiten: „Aktivismus beginnt zuhause und im persönlichen Umfeld, auf der Straße oder in der Kneipe.“

Überzeugter und kritischer Europäer

In Straßburg hat Spohn an einem Workshop im European Youth Center teilgenommen, in Berlin beim „Young Europe“-Projekt der TUI-Stiftung und des Think Tanks i.Rights.Lab an einer „Charta of Young Europe“ mitgearbeitet, im Zuge des Erasmus-Austauschprogramms der EU ein halbes Jahr lang in Roskilde in Dänemark studiert, dort eine Arbeit über Euroskeptizismus geschrieben, viele junge Leute aus anderen Ländern kennengelernt. Der gebürtige Hamburger, der in Bremen aufgewachsen ist, sieht sich als überzeugten, aber auch kritischen Europäer. „Wir müssen anfangen, Systeme zu hinterfragen“, sagt er mit Blick auf Auswüchse der Finanzmärkte, Steueroasen und Verteilungsmechanismen, verweist auf die aktuellen Diskussionen über Mindestlohn, Grundeinkommen und Arbeitslosenversicherung auf europäischer Ebene: „Wenn wir Menschen von Europa überzeugen wollen, müssen wir auch Dinge ändern.“

Der Göttinger Student Bosse Spohn setzt sich für die Kampagne "Spread the vote" ein. Quelle: Christina Hinzmann

Er habe schon vor seinem „Spread Your Vote“-Engagement Seminare über Europa besucht, erzählt der 22-Jährige im Studentenwohnheim am Albrecht-Thaer-Weg. Das sei aber wenig greifbar gewesen, der Europa-Funke erst durch den Erasmus-Austausch übergesprungen. Ein weiterer Motivationsfaktor war die Begegnung mit Vincent-Immanuel Herr bei einem Reisestipendium in der Ukraine. Der Polit-Aktivist habe mit Martin Speer das Free-Interrail-Ticket initiiert. Das Erleben der europäischen Idee auf Reisen ist auch ein Programmpunkt der „Charta of Young Europe“.

Fake News und Verschwörungstheorien

„Viele meiner Freunde sind proeuropäisch“, sagt Spohn. Auch die jungen Menschen, die er beim Workshop kennengelernt hat, müssten nicht überzeugt werden, wüssten offene Grenzen, einheitliche Währung und freie Roaming-Gebühren zu schätzen. Andere – vor allem die ältere Generation – müssten von den sozialen Vorteilen Europas und der europäischen Idee überzeugt werden. Für sehr bedenklich hält Spohn die starke Verbreitung von Fake News und Konspirationstheorien und appelliert, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren.

Spohn ist weder Mitglied einer Partei noch einer Jugendorganisation, schreibt seine Bachelor-Arbeit über Volksparteien. Mit Blick auf die 40 Parteien auf dem Europa-Wahlzettel weist er die Einengung vieler kleiner Parteien auf nur ein Thema oder wenige Themen als nicht zielführend zurück, nimmt aber auch die großen Parteien in die Pflicht. Verkürzte Stichworte wie im Wahlkampf würden eher das Desinteresse an Politik befördern. „Man muss auch Inhalte präsentieren“, mahnt der Student an: „Und wir müssen mehr von der deutschen Sicht auf Europa wegkommen – auch die Perspektiven anderer Europäer berücksichtigen.“

Von Kuno Mahnkopf

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