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Göttingen Stadthalle Göttingen: Wer plant grundlegende Sanierung?
Campus Göttingen Stadthalle Göttingen: Wer plant grundlegende Sanierung?
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00:18 22.12.2017
Die Göttinger Stadthalle soll ab 2018 saniert werden. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

Wer den Zuschlag bekommt, soll die gesamte detaillierte Bauplanung für das Gebäude einschließlich technischer Ausstattung, Bauleitplanung und Genehmigungsverfahren vornehmen. Basis dafür ist ein bereits bestehendes und vom Rat der Stadt beschlossenes Sanierungskonzept. Danach soll das Gebäude komplett geräumt nahezu entkernt und bis auf tragende Elemente nach modernen energetischen und veranstaltungstechnischen Vorgaben erneuert werden. Auch Brandschutz, Heiz-, Schall- und Bühnentechnik werden erneuert.

Der Betrieb der Halle soll Mitte November kommenden Jahres eingestellt werden. Zurzeit werden alternative Spielstädten für fest gebuchte Veranstaltungen gesucht. Mit dem Baubeginn rechnet die Stadtverwaltung nicht vor November 2018.

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Gesucht wird laut Stadtverwaltung für die jetzige Objektplanung ein leistungsfähiges Büro oder eine Bietergemeinschaft. Über das Sanierungskonzept hinaus gehende Vorgaben gebe es zurzeit nicht, sie könnten sich aber „im Rahmen der weiteren Planung ergeben“. Wenn sich „größere Abweichungen“ vom jetzigen Sanierungskonzept und Stand ergeben, würden diese erneut in den politischen Gremien vorgestellt, bestätigte die Pressestelle der Stadt.

Stadthalle mit maroder Substanz

Die im September 1964 eröffnete Stadthalle Göttingen sei ist seit über 50 Jahren ein Ort mit einer markanten stadträumlichen Bedeutung, heißt es aktuellen Ausschreibungstext. Sie biete insbesondere für regionale Konzert-, Comedy-, Musical- und Rockveranstaltungen eine ideale Bühne und erfreut sich unter Veranstaltern und Besuchern einer breiten Akzeptanz. Die Stadthalle sei nach der Lokhalle die größte Konzerthalle in der Region, Spielstätte des Göttinger Symphonieorchesters (GSO) sowie der Internationalen Händelfestspiele. Zudem werde sie für unterschiedliche Veranstaltungen wie Firmentagungen, Industriepräsentationen, Kongresse, Seminare, und gesellschaftliche Events genutzt. Der Haken: Ein Großteil der „bauzeitlichen anlagentechnischen und baulichen Komponenten“ sei erheblich sanierungsbedürftig und weise „nennenswerten Qualitäts- und Sicherheitsproblemen auf“.

Die Erneuerung der markanten Kachel-Fassade wird als separates Projekt behandelt. Hierzu laufe zurzeit ein erfahren mit drei Architekturbüros, so die Pressestelle. Die daraus entstehenden Entwurfsskizzen mit Gestaltungsvorschlägen würden voraussichtlich im Februar öffentlich vorgestellt.

Ebenfalls parallel wird an einem städtebaulichen Rahmenplan für das Areal im Umfeld der Stadthalle gearbeitet. Auch hierfür werde es im nächsten Februar erste Entwürfe geben.

Parallelen zu Braunschweig

Auch die Stadt Braunschweig will ihre Stadthalle von Grund auf sanieren - mit großen Parallelen zu Göttingen: Beide Hallen sind Mitte der 1960er-Jahre gebaut und eröffnet worden. Beide weisen nach Medienberichten eklatante bauliche und technische Mängel auf. Und in beiden Städten ist in den politischen Gremien sowie in der Öffentlichkeit lange über einen Neubau statt Sanierung diskutiert worden.

Inzwischen ist weitgehend klar, dass auch Braunschweig die Stadthalle am alten Standort sanieren wird - für etwa 60 Millionen Euro. Baubeginn soll voraussichtlich im Frühjahr 2020 sein. Am Dienstagabend sollen im Rat der Stadt die entscheiden Beschlüsse dafür fallen. Langfristig will Braunschweig - anders als Göttingen mit einer eigenen Stadthallen-Gesellschaft - die künftige Instandhaltung über ein Partnerschaftsmodell in Auftrag geben. Darüber hinaus prüft das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege die Denkmalschutzwürdigkeit der Braunschweiger Stadthalle.

Von Ulrich Schubert

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