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Göttingen Verwaltungsgericht lehnt Klage gegen Universität Göttingen ab
Campus Göttingen Verwaltungsgericht lehnt Klage gegen Universität Göttingen ab
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17:01 06.04.2018
Das Verwaltungsgericht Göttingen hat entschieden: Die Frau darf sich nicht Professorin nennen. Quelle: dpa
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Göttingen

Eine habilitierte Ärztin, die regelmäßig Lehrveranstaltungen an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) abhält, hat trotzdem keinen Anspruch auf einen Professorentitel. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden.

Die Medizinerin hatte dort die Universität Göttingen verklagt, weil diese es abgelehnt hatte, ihr den Titel einer außerplanmäßigen Professorin zu verleihen. Das Gericht gab indes der Hochschule Recht. Nach deren Richtlinien könnte die Medizinerin einen solchen Titel nur verliehen bekommen, wenn sie unter anderem eine durchschnittliche Lehrleistung von wenigstens zwei Semesterwochenstunden erbracht hätte. Diese Voraussetzung habe sie jedoch nicht erfüllt (Aktenzeichen 4 A 414/16).

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Ärztin und Mitarbeiterin an der UMG in Göttingen

Die Medizinerin hatte sich 2010 habilitiert und war anschließend als Ärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) tätig. 2012 eröffnete sie eine eigene Praxis, daneben hielt sie weiterhin als Privatdozentin Lehrveranstaltungen an der Medizinischen Fakultät ab.

Was sind außerplanmäßige Professoren?

2014 beantragte sie bei der Universität Göttingen den Titel einer außerplanmäßigen Professorin. Außerplanmäßige Professoren sind Privatdozenten, die sich um Forschung und Lehre verdient gemacht und hierfür als Anerkennung von der Hochschule auf Vorschlag des Fakultätsrats diesen Titel verliehen bekommen haben. Die Hochschulgremien ließen sich mehr als zwei Jahre Zeit mit der Prüfung. Im Sommer 2016 beschloss der Fakultätsrat schließlich, den Antrag abzulehnen. Die Ärztin wollte das nicht hinnehmen und zog vor Gericht - allerdings ohne Erfolg.

In zwei Wintersemestern an der Uni Göttingen gelehrt

Nach Ansicht der Kammer durfte die Universität den Titel verweigern, weil die Lehrtätigkeit der Medizinerin nicht den erforderlichen Umfang gehabt habe. Die Klägerin habe nach ihrer Habilitation außer in zwei Wintersemestern nie die Lehrleistung von zwei Semesterwochenstunden erreicht.

Die Medizinerin hatte geltend gemacht, dass sie neben diversen Lehrveranstaltungen in den Studiengängen Medizin und Molekulare Medizin auch ein schulisches Laborpraktikum und verschiedene Famulaturen betreut habe. Diese seien aber keine universitären Lehrveranstaltungen und deshalb nicht anrechenbar, heißt es im Urteil. Außerdem lägen die von ihr angeführten Betreuungszeiten bei verschiedenen Laborpraktika weit über dem Wert, der in der Studienordnung als Zeitaufwand für Studierende angegeben sei.

Es sei auch nicht nachvollziehbar, warum die Klägerin von zehn Wochen Betreuung ausgehe, obwohl die Teilnehmer der Praktika übereinstimmend eine Dauer von acht Wochen angegeben hätten.

Die Verleihung eines außerplanmäßigen Professorentitels beinhaltet keine finanziellen Aspekte. Nach Angaben eines Universitätssprechers hat man mit einem solchen Titel keinen Anspruch auf eine bestimmte Vergütung.

Von Heidi Niemann

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