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Göttingen Strömungsforschung: Transsonischer Windkanal seit 1963 in Betrieb
Campus Göttingen Strömungsforschung: Transsonischer Windkanal seit 1963 in Betrieb
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16:51 21.08.2013
Strömungsforscher: Georg Eitelberg, Rolf Henke vom DLR Vorstand und DNW-Leiter Karl-Wilhelm Bock (v.l.) in der Windkanalhalle. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Im TWG kann simuliert werden, wie sich Flugzeuge  im so genannten transsonischen Bereich nahe der Schallgeschwindigkeit (etwa 1000 Stundenkilometer) und darüber hinaus (bis zu mehr als zweifacher Schallgeschwindigkeit, Mach 2,2) verhalten. „Für diesen Geschwindigkeitsbereich ist der Göttinger Windkanal die wichtigste Anlage Deutschlands“, sagt Prof.Georg Eitelberg, Direktor der Stiftung Deutsch-Niederländische Windkanäle (DNW). Diese betreibt den Windkanal und ist eine 1976 gegründete gemeinsamen Tochter des DLR und des Niederländischen Luft- und Raumfahrtlaboratoriums (NLR).

Wert von 45 Mio Euro

Der 50 Meter lange und zwölf Meter hohe Windkanal hat nach Angaben des DLR einen Wert von 45 Millionen Euro. Ein Verdichter lässt mit einer Leistung von bis zu zwölf Megawatt Luft an maßstabsgetreuen Modellen in einer ein Mal ein Meter großen Messstrecke vorbeiströmen. Mithilfe modernster Technik kann diese Strömung sichtbar gemacht und vermessen werden.

Der TWG wurde 1963 am Standort Bunsenstraße in Betrieb genommen, um die nach dem Zweiten Weltkrieg wiedererstandene deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie zu unterstützen. „Vergleichbare Anlagen gab es damals in Deutschland nicht“, sagt Dr. Karl-Wilhelm Bock, Leiter der DNW in Göttingen und Köln. Der TWG ist die wichtigste Anlage, die die DNW auf dem Gelände des DLR-Standortes in Göttingen betreibt. Testeinrichtungen der DNW befinden sich in Amsterdam und Marknesse in den Niederlanden sowie in Göttingen, Braunschweig und Köln in Deutschland.

Wiederverwendbare Raumfahrzeuge ähnlich dem Space Shuttle

Hauptaufgabe der DNW sind Windkanal-Untersuchungen für die Grundlagenforschung oder im Auftrag der internationalen Luft- und Raumfahrtindustrie. Beispiele für Auftragsmessungen im TWG sind wiederverwendbare Raumfahrzeuge ähnlich dem Space Shuttle, elastische Tragflügel für Transportflugzeuge oder leise Hubschrauberrotoren.

Für die Grundlagenforschung werden neuartige Steuerungssysteme, der Strömungslärm in Passagierflugzeugen oder der Einfluss von Böen und Turbulenzen auf Flugzeuge untersucht. Pro Jahr werden im TWG Messungen im Wert von mehr als 2,5 Millionen Euro durchgeführt. Die Forschung mit dem TWG hatten die Vorträge von Strömungsforschern zum Thema, die am Mittwoch an einem Kolloquium im DLR Göttingen zum Windkanal-Jubiläum teilnahmen.