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Göttingen Studentenleben: Mit Sport besser belastbar
Campus Göttingen Studentenleben: Mit Sport besser belastbar
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19:55 31.08.2011
Volleyball auf dem Nordcampus: Studenten haben wenig Zeit für körperliche Aktivität.
Volleyball auf dem Nordcampus: Studenten haben wenig Zeit für körperliche Aktivität. Quelle: pug
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Dabei wurde auch die Bedeutung von Sport bei der Bewältigung dieser Anforderungen berücksichtigt. Die repräsentative Studie des Instituts für Sportwissenschaften zeigt, dass vor allem Studierende der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge sich zunehmend überfordert fühlen und über gesundheitliche Beschwerden klagen, teilte die Universität Göttingen mit.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Nicht nur der Prüfungsdruck wird nach Angaben der Befragten größer, auch der Zeitdruck nimmt zu. Besonders Frauen berichten zudem über Beschwerden wie Kopf-, Rücken- oder Nackenschmerzen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen.

Der empfundene Zeitdruck spiegelt sich auch in der Art der sportlichen Aktivitäten wider. Zwar treiben die Bachelor- und Masterstudierenden nicht weniger Sport als ihre Kommilitonen früher in den Magister- oder Diplomstudiengängen, das zeigt der Vergleich mit älteren Studien. Sie bevorzugen jedoch unverbindliche und flexible Sportangebote.

„Das klassische Volleyballspiel zu einer festgelegten Trainingszeit und mit einer festen Gruppe ist bei vielen Studierenden nur noch schwer mit dem Studium vereinbar“, so der Leiter des Forschungsprojekts, Dr. Arne Göring, vom Hochschulsport der Universität Göttingen. „Besonders stark nachgefragt werden alle Formen des Fitnesstrainings, vom Joggen bis zum Fitnessstudio.“

Insgesamt kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Sport eine wesentliche gesundheitliche Ressource für Studierende darstellt. Dabei sind die gesundheitlichen Effekte jedoch stark abhängig von Umfang und Intensität der Bewegung. Studierende, die bei mittlerer bis hoher Intensität mehr als eine Stunde pro Woche Sport treiben, fühlen sich deutlich gesünder und haben weniger Beschwerden als ihre Kommilitonen, die sich kaum bewegen. Zudem konnte die Studie einen Zusammenhang zum allgemeinen Gesundheitsverhalten feststellen: Diejenigen Studierenden, die Sport treiben, rauchen seltener und ernähren sich gesünder. Abgesehen von sportlichen Aktivitäten bietet das Studentenleben wenig Bewegung, wie die Studie ergab. Lediglich das Fahrrad wird häufig verwendet, darüber hinaus ist der Alltag an der Hochschule geprägt von körperlicher Inaktivität.

Bei der Studie kamen mehrere Methoden zum Einsatz, um der Komplexität der Fragestellung gerecht zu werden. Eine qualitative Interviewstudie mit über 30 Studierenden ergab Informationen über das subjektive Befinden der Betroffenen und über alltagsrelevante Belastungen und Bewältigungsstrategien. Zwei umfangreiche standardisierte Befragungen ergänzten die so gewonnenen Informationen. Die Wissenschaftler erhoben in einer bundesweiten repräsentativen Stichprobe mit mehr als 7000 Studierenden und einer weiteren Stichprobe mit mehr als 4100 Studierenden der Universität Göttingen Daten zum Sport- und Gesundheitsverhalten sowie zu Belastungen und Ressourcen von Studierenden.

„Damit liegen erstmals seit 1989 wieder repräsentative Ergebnisse über das Sport- und Bewegungsverhalten von Studierenden vor“, erläutert Daniel Möllenbeck, der an der Studie mitgearbeitet hat. Das Sportverhalten von Studierenden war zudem Thema seiner Dissertation an der Georg-August-Universität.

Die Ergebnisse der Studie, die Allgemeiner Deutscher Hochschulverband und Deutsche Sportjugend unterstützten, fließen derzeit in ein bundesweites Präventions- und Gesundheitsförderungskonzept für Studierende ein. Beteiligt sind neben der Universität Göttingen weitere Hochschulen und Verbände, unter anderem die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, die Universitäten Wuppertal und Potsdam und der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband.

pug