Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Wie Naturschutz im Wald gelingen kann
Campus Göttingen Wie Naturschutz im Wald gelingen kann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:30 07.06.2019
Natürliche Walddynamik im Nationalpark Hainich als Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas". Quelle: Foto: R
Anzeige
Göttingen

Naturschutz im Wald steht im Spannungsfeld verschiedener Schwerpunktsetzungen und Interessenlagen von Forstwirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Naturschutzorganisationen. Durch die unterschiedlichen Interessengruppen kann in der Öffentlichkeit oft ein Eindruck von Uneinigkeit hinsichtlich der Ziele und Maßnahmen im Waldnaturschutz entstehen. Wissenschaftler der Universität Göttingen, der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen sowie der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt haben ein System entwickelt, mit dem Naturschutzziele zueinander in Beziehung gesetzt und verglichen werden können. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Nature Conservation erschienen.

79 Konzepte

Das Forscherteam erarbeitete ein Bezugssystem, um Naturschutzziele klassifizieren zu können. Es berücksichtigte dabei biotische Schutzgüter wie Gene, Arten, Ökosysteme und Landschaften, abiotische Schutzgüter wie Boden, Wasser und Klima sowie soziale Schutzgüter wie zum Beispiel Erholung, Tourismus und Biodiversität gleichwertig. Die Eignung des Systems wurde anhand von 79 Biodiversitäts- und Waldnaturschutzkonzepten überprüft.

Die Forscher ordneten die Interessengruppen drei räumlichen Bezugsebenen zu – international, deutschlandweit und auf Bundeslandebene, um mögliche Diskrepanzen in Bezug auf den räumlichen und institutionellen Transfer von Wissen und Naturschutzzielen zu analysieren. „Es besteht Konsens hinsichtlich der generellen Ausrichtung der Ziele im Waldnaturschutz“, sagt Erstautorin Laura Demant, Doktorandin in der Abteilung Vegetationsanalyse und Phytodiversität der Universität Göttingen und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt.

 Die Interessengruppen seien sich einig, dass der Schutz und der Erhalt vielfältiger und selbsterhaltender Strukturen in Waldökosystemen eine zentrale Zielsetzung im Waldnaturschutz sein sollte. Auch der Schutz von Arten, Totholz und Habitatbäumen, die besondere Lebensräume für andere Lebewesen bieten, werde einhellig als wichtige Zielsetzungen im Waldnaturschutz anerkannt.

Ergänzungen sind notwendig

„Dennoch gibt es Defizite und Verbesserungsbedarf im Hinblick auf den Erhalt von abiotischen Schutzgütern, die innerartliche genetische Vielfalt, den Landschaftsschutz und bei der Berücksichtigung von sozio-kulturellen Zielen. In diesen Bereichen sollten die Waldnaturschutzkonzepte ergänzt und harmonisiert werden“, sagt Prof. Erwin Bergmeier, Leiter der Abteilung. Die bestehenden Zielkonflikte im Waldnaturschutz deuteten auf mangelnde räumliche und institutionelle Abstimmung zwischen den Interessengruppen hin, schreiben die Autoren. „Naturschutzkonzepte sollten die Belange aller betroffenen Akteure integrieren und diese bei Entscheidungsfindungen auch berücksichtigen“, fordert Demant, „so kann Naturschutz im Wald Erfolg haben.“

 

Von chb

Über Einwanderung und Integration wollen Wissenschaftler, Künstler und Initiativen mit Bürgern ins Gespräch kommen. Dazu haben sie in Göttingen ein Stadtlabor eröffnet.

09.06.2019

In der neuen Veranstaltungsreihe „Genial an der Bar“ spricht Dr. Stefan Meyer vom Albrecht-von-Haller-Institut der Uni für Pflanzenwissenschaften der Uni am Mittwoch, 19. Juni, im Hotel Freigeist.

06.06.2019

Teilstipendien erhalten ab sofort Freizeitsportler des ASC Göttingen, wenn sie ein Fernstudium bei der PFH Göttingen absolvieren. Der Verein und die Hochschule vertiefen damit ihre Zusammenarbeit.

06.06.2019