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Göttingen Studie von Göttinger Mediziner Raupach ausgezeichnet
Campus Göttingen Studie von Göttinger Mediziner Raupach ausgezeichnet
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18:59 28.07.2014
Von Angela Brünjes
Tobias Raupach. Quelle: EF
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Wiesbaden/ Göttingen

Er erhielt ihn für seine Untersuchung über das Wissen  Medizinstudierender in Deutschland zur Effektivität gängiger Entwöhnungsmethoden bei Tabak- und Alkoholabhängigkeit. Raupach teilt sich den in Wiesbaden verliehenen Preis, der mit  10    000 Euro dotiert ist,  mit Dr. Christian Werner vom Universitätsklinikum des Saarlandes.

Schätzungen zufolge beträgt der volkswirtschaftliche Schaden in Deutschland durch Folgeerkrankungen von Tabak- und Alkoholabhängigkeit jährlich über 40 Milliarden Euro. Jedes Jahr sterben in Deutschland über 100    000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

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Dabei stehen zur Unterstützung von Patienten mit Tabak- oder Alkoholabhängigkeit einfache und effektive Methoden zur Verfügung. Inwieweit diese Methoden in Deutschland ausreichend in der Medizinerausbildung berücksichtigt werden, sollte die Studie „Smoking and Alcohol in Medical Education“ (SAME) unter Raupachs Leitung klären.

Für die Studie wurden knapp 20    000 Studierende aller Semester an 27 der 36 deutschen Medizinischen Fakultäten befragt.

Beratung von Rauchern

Raupach: „Die Antworten der Studierenden auf Fragen zu den Behandlungsmöglichkeiten von Tabak- und Alkoholabhängigkeit zeigten – unabhängig vom Ausbildungsstand – erhebliche Fehleinschätzungen. Würden sie als Ärzte solche falschen Entscheidungen zur Behandlung treffen, würde sich das direkt auf die Versorgung der betroffenen Patienten auswirken“.

Ein weiteres Ergebnis der Befragung: In der letzten Phase der Medizinerausbildung, dem Praktischen Jahr, konnten sich nur weniger als fünf Prozent der Studierenden überhaupt erinnern, im Studium praktisch in der Beratung von Rauchern unterwiesen worden zu sein.  

Im Göttinger Lernzielkatalog ist das Lernziel „Tabakabhängigkeit“ auf einem sehr hohen Kompetenzniveau verankert: Vertiefte Kenntnisse von klinischen Suchtmechanismen, Diagnostik, Entscheidungsfindung und Therapie sollen im Laufe des Studiums vermittelt werden. Dies geschieht unter anderem in dem Lehrabschnitt „Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge“, der von Raupach und Prof. Gerd Hasenfuß koordiniert wird.