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Göttingen Landwirtschaft muss Artenschutz nicht belasten
Campus Göttingen Landwirtschaft muss Artenschutz nicht belasten
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10:48 07.03.2018
Lukas Egli Quelle: r
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Göttingen

Anhand einer Auswertung weltweiter Datensätze haben sie herausgefunden: Eine gezielte Landnutzungsplanung könnte den Konflikt zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Naturschutz mindern und dazu beitragen, rund 88 Prozent des berechneten zukünftigen Artenverlusts zu vermeiden. Dies teilte die Universität Göttingen mit. Untersucht wurden Datensätze zur Verbreitung und zu den ökologischen Anforderungen tausender Tierarten sowie zur landwirtschaftlichen Produktion der weltweit wichtigsten Feldfrüchte. Die Ergebnisse der Forscher sind in der Fachzeitschrift Global Change Biology erschienen.

Landwirtschaftliches Wachstum nicht in artenreichen Ländern

Mehr landwirtschaftliche Produktion zieht in der Regel einen Verlust von Artenvielfalt und Ökosystemfunktionen auf den betroffenen Ackerflächen nach sich. „Was aber passiert, wenn das landwirtschaftliche Wachstum auf Gegenden beschränkt ist, in denen weniger Tierarten gefährdet sind?“ Diese Frage haben sich die Wissenschaftler gestellt. Würde in artenreichen Länder – „vornehmlich in den Tropen“ – primär der Schutz natürlicher Ressourcen beachtet und damit die Produktionsmöglichkeit beschränkt, könnte der Artenverlust deutlich verringert werden, erläutert Erstautor Lukas Egli von der Universität Göttingen und dem UFZ. Dies betreffe in erster Linie Länder, die stark von der Landwirtschaft abhängig seien. „Ohne internationale Abkommen, die diese Interessenskonflikte lösen könnten, ist eine globale Optimierung unwahrscheinlich. Sie würde möglicherweise zu sozioökonomischen Abhängigkeiten führen.“

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Zehn Länder könnten Biodiversitätsverlust um ein Drittel reduzieren

Bereits zehn Länder könnten den weltweiten Biodiversitätsverlust um ein Drittel reduzieren, wenn sie der Empfehlung der Forscher auf nationaler Ebene folgen, heißt es weiter. Wenn jedes Land dies täte, ließen sich 61 Prozent des absehbaren Artenverlusts verhindern. „Länder wie Indien, Brasilien oder Indonesien hätten das größte Potenzial, um die globale Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten“, so Dr. Carsten Meyer vom Forschungszentrum iDiv und der Universität Leipzig. „Leider sind diese Länder oft von Landnutzungskonflikten und teilweise schwachen Institutionen geprägt, was eine solche Optimierung erschwert. Hier sind gezielte Anreize nötig, um die Landnutzungsplanung ganzheitlicher und nachhaltig zu gestalten.“

Originalveröffentlichung: Lukas Egli et al. Winners and losers of national and global efforts to reconcile agri-cultural intensification and biodiversity conservation. Global Change Biology 2018. Doi: 10.1111/gcb.14076.

Von Nadine Eckermann

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