Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Energietechnik für Wirtschaftsingenieure an der HAWK
Campus Göttingen Energietechnik für Wirtschaftsingenieure an der HAWK
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 23.07.2014
Biogasanlage in Jühnde: Ziel einer Exkursion von Studierenden mit Schwerpunkt Energietechnik. Quelle: Hinzmann
Anzeige
Göttingen/Jühnde

Wie der weltweit wachsende Energiebedarf zunehmend durch regenerative Energiequellen gedeckt werden kann, ist Gegenstand des Studienschwerpunktes, so Marie Plaisir, Studentin im vierten Semester. 

„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn erneuerbare Energieträger in die bestehende Energieversorgungsstruktur integriert werden und Großkraftwerke langfristig ersetzen. Ökonomisch ist dies auf lange Sicht gedacht vorteilhaft und ökologisch notwendig“, sagt Studiendekan Prof. Jürgen Horsch.

Anzeige

Im Studienschwerpunkt Energietechnik steht deshalb die dezentrale Energieversorgung im Vordergrund. Darüber hinaus sind aber auch die Themen Energieeffizienz, Energiespeichertechniken und Energienetze von Bedeutung. Felder, auf denen auch an der Fakultät Ressourcenmanagement umfassend geforscht werde, berichtet Horsch: „Die damit verbundenen Technologien sind ja noch lange nicht ausgeschöpft.“

„Man muss halt beide Sprachen verstehen“

Ein Wirtschaftsingenieur arbeitet an der Schnittstelle zwischen Betriebswissenschaft und Ingenieurwissenschaft. „Man muss halt beide Sprachen verstehen – die der Konstrukteure und die der Buchhalter“, meint der Student Michael Deike über Wirtschaftsingenieurwesen als Fach.

Was das für die Energietechnik bedeutet, macht Maik Förster, Student im vierten Semester, klar. So müsse sich ein Wirtschaftsingenieur nicht nur fragen, welche Leistung beispielsweise eine Solaranlage bringen müsse, sondern auch, ab wann sich solch eine Investition überhaupt rechne, welche Infrastruktur benötigt wird, um die Anlage zu betreiben, oder was es rechtlich zu beachten gibt, wenn sich beispielsweise eine Wohnsiedlung in der Nähe befindet.

Mit den Studienschwerpunkt Energietechnik ergäben sich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, findet Student Deike. Mit der Diskussion um die Energiewende tritt die Frage nach einem verantwortungsvollen Umgang in den Fokus jedes Unternehmens. „Es wird kein Chef sagen: ‚Oh, Sie haben Energietechnik studiert, das brauchen wir gar nicht‘“, sagt Deike.

„Weil sie händeringend Leute suchen“

Was ihre Jobchancen angehen, sieht Studentin Bernadette Wiedow entspannt in die Zukunft. „Weil sie händeringend Leute suchen“, weiß sie. Das habe sie auf einer Messe selbst gesehen. Dort habe man leuchtende Augen gesehen, wenn man über seinen Studienschwerpunkt Energietechnik erzählte, berichtet die Studentin.

Horschs Erfahrung: „Es ist Arbeitgebern häufig nicht wichtig, ob ein Absolvent den Bachelor- oder Masterabschluss hat, sondern, dass die fachliche Passung stimmt.“

Für den Studenten Deike ist die Wahl seines Studienfachs aber noch aus einem anderen Grund wichtig: „Ich würde gerne einmal Kinder in diese Welt setzen und sagen können: ‚Euer Papa hat daran mitgearbeitet, dass es besser wird‘.“

Von Michael Schäfer