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Göttingen Angehende Energiespezialisten checken Unternehmen
Campus Göttingen Angehende Energiespezialisten checken Unternehmen
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09:00 12.08.2019
Fabian Klieser (l.) und Malte Niebisch dokumentieren die Lauflänge und Anordnung des Dampfsystems bei Beckers Bester. Quelle: r
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Göttingen

Ein Semesterprojekt der Fakultät Ressourcenmanagement der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) zur Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen hat jetzt zu beachtlichen Ergebissen geführt – nämlich zu einer Reduktion des Gesamtverbrauchs um 3811 Megawattstunden Strom und 4887 Megawattstunden Wärme pro Jahr. Diese Zahlen hat die Pressestelle der Hochschule nun veröffentlicht.

Die eingesparte Menge Kohlendioxid entspreche dem, was eine 31 Hektar große Waldfläche im Jahr speichern könne. Zwölf Unternehmen und Einrichtungen aus Göttingen und Umgebung hatten sich hinsichtlich ihres Strom- und Wärmeverbrauchs durch die Teilnehmenden des Praxismoduls untersuchen lassen.

Leuchtmittel ersetzen, Sauna reduzieren

Beim Hochschulsport Göttingen etwa konnten trotz bereits getroffener Energieeinsparungs-Maßnahmen aus dem Jahr 2015 weitere Einsparpotenziale gefunden werden. Die Empfehlungen der Studierenden waren hier, die letzten herkömmlichen Leuchtmittel durch Energiesparlampen zu ersetzen und den Saunabetrieb zu optimieren. Tatsächlich sollen die Öffnungszeiten der Sauna nun überdacht werden, weil das Angebot vor allem am Sonntagmorgen kaum genutzt werde.

Ebenfalls um Dampf ging es beim Fruchtsafthersteller Beckers Bester in Lütgenrode. Dieser fließt dort durch ein umfangreiches Leitungssystem und erhitzt und transportiert Wasser und Säfte. Die zukünftigen Wirtschaftsingeneure identifizierten alte Leitungsisolationen als Quelle von Wärmeverlust. Eine Wirtschaftslichkeitsberechnung habe ergeben, dass sich eine Investition in neue Isolationen bereits innerhalb von sechs Monaten amortisieren würde. Die Verkürzung von Leitungswegen und der Einbau von Kondesatabscheidern seien ebenfalls Vorschläge der Untersuchenden gewesen.

Energieeinsparpotenziale fanden die Studierenden auch bei den weiteren Teilnehmern des Kooperationsprojektes, namentlich bei der Wilksch-Ellies Haustechnik aus Uslar-Schönhagen, der Zufall Logistik Group und der Mahr GmbH aus Göttingen, beim Seniorenzentrum Göttingen, bei den Göttinger Verkehrsbetrieben, beim Uslarer Badeland, bei den Stadtwerken Uslar, beim Flecken Nörten-Hardenberg, beim Abwasserverband Raum Katlenburg sowie bei der Burgbergschule Katlenburg-Lindau.

Positive Resonanz von allen Seiten

Den direkten Kontakt zum Kunden fanden die Studenten Florian Pieper und Lars Wenzel an ihrem neuen „Berater-Job“ besonders spannend: „Wir hatten eine richtig gute Lernkurve, denn dieses wirklich ganz eigenständige Arbeiten für einen eigenen Kunden war neu für uns.“ Ihre fachliche Expertise wollten die Studierenden nach eigenen Angaben mit einer professionellen Kommunikation zum Unternehmen verknüpfen. Dies habe nach ihrer Bewertung gut funktioniert und ihnen auch „richtig Spaß gemacht“.

Professor Stefan Holler, Leiter der Lehrveranstaltung, sieht in dem Projekt einen erfolgreichen Versuch, theoretisches Wissen unmittelbar in der Praxis zur Anwendung zu bringen. Die Masterstudierenden hätten in seinem Praxismodul selbstständig in kleinen Teams bei den Kooperationspartnern den Strom- und Wärmeverbrauch untersucht, eine energetische Bewertung erarbeitet, sinnvolle Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz entwickelt und ihre Kundinnen und Kunden beraten. Die von Holler gesetzten Ziele seien erreicht worden. Besonders gut habe ihm das große Engagement der Studierenden sowie die große Bereitschaft der Unternehmen gefallen. Die positiven Rückmeldungen aller Beteiligten und die hohe Qualität der Ergebnisse hätten ihn darin bestärkt, das Projekt im kommenden Jahr zu wiederholen.

Energie- und Qualitätsmanagement als Schwerpunkt

Die HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement in Göttingen bietet ein dreisemestriges praxisorientiertes Masterstudium mit den Schwerpunkt „Energie- und Qualitätsmanagement“ an. Diese beiden Themenfelder würden zunehmend über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen entscheiden, heißt es in einer Beschreibung. Die Bildungseinrichtung betont deshalb auch, dass Absolventen dieses Studiengangs „beste Job-Chancen“ für diese komplexe, schnittstellenübergreifende Aufgabe hätten. Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst hat Fakultäten an den Standorten Holzminden, Hildesheim und Göttingen. Sie bietet ihren 6000 Studierenden 41 verschiedene Studiengänge an. An dem Semesterprojekt „Betriebliches Energiemanagement“ nahmen 25 Studierende des Masterstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen teil. Es dauerte zwei Monate.

Von Frank Blobel

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