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Göttingen Sunrise landet in Kanada
Campus Göttingen Sunrise landet in Kanada
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16:21 18.06.2013
Von Angela Brünjes
Immer zur Sonne ausgerichtet: Aufnahme des Sonnenobservatoriums von einer der Bordkameras; im Foto ist oben der Ballon zu sehen.
Immer zur Sonne ausgerichtet: Aufnahme des Sonnenobservatoriums von einer der Bordkameras; im Foto ist oben der Ballon zu sehen. Quelle: CSBF
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Katlenburg-Lindau

Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von einem Meter trägt Sunrise das größte Sonnenteleskop an Bord, das jemals den Erdboden verlassen hat.

In welchem Zustand sich die Datenspeicher, das Teleskop und die wissenschaftlichen Instrumente nach dem Aufsetzen befinden, ist noch unklar. „Das Observatorium sendet weiterhin Signale hier an die Bodenstation. Das ist ein gutes Zeichen“, sagt Projektleiter Dr. Peter Barthol, der sich noch auf der schwedischen Weltraumbasis Esrange nahe der Stadt Kiruna aufhält. Von dort war Sunrise am vergangenen Mittwoch, 12. Juni, abgehoben.

Mit Helium gefüllter Ballon

Nach dem Start hatte ein riesiger, mit Helium gefüllter Ballon Sunrise bis auf eine Höhe von mehr als 35 Kilometern getragen (Tageblatt berichtete). Dort erfassten Polarwinde Gondel und Ballon und trugen sie westwärts. Obwohl die Meteorologen beim Start einen recht raschen Flug vorausgesagt hatten, blieb Sunrise mit etwa 127 Stunden mehr als fünf Tage lang in der Luft.

„In dieser Zeit konnten wir viele aktive Regionen und auch mehrere Sonnenflecken auf der Sonnenoberfläche beobachten. Wir sind sehr zufrieden“, sagt Prof. Sami K. Solanki, wissenschaftlicher Leiter der Mission und Direktor am MPS in Katlenburg-Lindau. Sowohl aktive Regionen, als auch Sonnenflecken zeichnen die Sonne aus, wenn sie sich in einer Phase hoher Aktivität befindet. In den so genannten aktiven Regionen sind die Magnetfelder des Sterns besonders dynamisch, in den Sonnenflecken besonders stark.

Erster Flug 2009

Bereits 2009 war Sunrise zu einem ersten Flug gestartet. Damals befand sich die Sonne jedoch in einem ungewöhnlich langen Aktivitätsminimum. Im Vergleich zum Erstflug hat Sunrise 2 eine etwas südlichere Reiseroute eingeschlagen. Montagsnachmittag ergab sich eine günstige Gelegenheit zum Landen: Um 13.50 Uhr wurde der Ballon per Funksignal abgetrennt und der Fallschirm trug Sunrise zu Boden.

Landung hat gut geklappt

„Bei der ersten Sunrise-Mission hat diese Art der Landung gut geklappt“, so Solanki. Zwar wurde die Gondel leicht beschädigt. Die eigentlichen Schätze, die Datenspeicher und das Teleskop, blieben jedoch völlig unversehrt. Wie sanft die Landung auf der Halbinsel Boothia war, werden die nächsten Tage zeigen. Von einem Flugzeug haben Mitglieder des Forschungsprojekts, zu dem neben dem MPS weitere Forschungsinstitute in Europas und den USA zählen, die Landestelle bereits gesehen. Das Bergungsteam wird den Ort per Hubschrauber erreichen, um das Observatorium zu zerlegen und in Stücken zurück nach Cambridge Bay transportieren.