Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen 700 Besucher beim Tag der offenen Tür
Campus Göttingen 700 Besucher beim Tag der offenen Tür
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:36 24.09.2018
Tag der offenen Tür in der Fakultät für Chemie
Tag der offenen Tür in der Fakultät für Chemie Quelle: Max Ballhaus
Anzeige
Göttingen

Mitmachen, anschauen, informieren – unter diesem Motto stand der Tag der offenen Tür am Sonnabend in der Fakultät für Chemie. Fast 700 Besucher hat das Organisationsteam gezählt, die am Sonnabend am umfangreichen Programm mit Vorträgen, Führungen und einer Rallye durch Werkstätten, Labore und das Museum der Chemie teilgenommen haben.

Wer sich zunächst auf den Weg zu einem der Vorträge machte, kam am Stand von Sartorius vorbei. Hier konnten die Besucher ausprobieren, wie eine Membran für die Filtrierung von Blut hergestellt wird. Die Masse musste auf eine Glasscheibe aufgetragen werden, dünn gezogen und im Wasser ausgehärtet werden. Mit so einer Membran „können wir bestimmte Eiweiße aus dem Blut filtern“, erzählt Jan Schwellenbach von Sartorius. Wer sich daran probierte, bekam den ersten Stempel für die Rallye.

Chemische Verbindungen speichern Energie

Im Hörsaal startete derweil die Reihe der Vorträge mit Prof. Inke Siewert, die zum Thema "Energiewende – wie können wir Energie speichern" sprach. Sie erläuterte Möglichkeiten, Energie aus nachhaltigen Ressourcen zu speichern. „Wir müssen Sonnen- oder Windenergie für Zeiten speichern können, in denen wir mehr verbrauchen, als wir erzeugen können“, erläuterte sie. Die Umwandlung in chemische Verbindungen, die die Energie speichern, sei vielversprechend, weil sie langfristig – zwischen einer Woche und einem Jahr – und große Mengen speichern können.

Tag der Chemie

Chemiker arbeiten an der Universität mit der neusten Technik. „Alte Technik wird in der Regel schnell entsorgt“, erklärte Lena Hoppe bei der Führung durch das Museum der Chemie. Es sei daher etwas Besonderes, dass es in dieser Sammlung so viele historische Objekte gibt, die zum Teil auch noch für die Forschung genutzt werden können. Gewürdigt werden in dem kleinen Museum auch große Göttinger Chemiker, wie etwa Otto Wallach, der für seine Forschungen als erster Göttinger Wissenschaftler überhaupt den Nobelpreis bekam. Und zwar für seine Studien und Ergebnisse zu künstlichen Duftstoffen. „Alles was darin riecht sind Terpene“, erklärte Hoppe und ließ die Besucher an Minzöl und Deos schnuppern.

Auf der Jagd nach Stempeln

Vor allem die Kinder und die jüngeren Besucher waren auf der Rallye der Chemie auf der Jagd nach Stempeln. Ab sechs Stempeln auf dem Laufzettel konnten die Teilnehmer am Glücksrad drehen und einen Preis gewinnen. In der Abteilung Labortechnik und Prototypenbau musste für den Stempel ein dünner Draht durch einen Parcours geführt werden. Dabei musste an bestimmten Punkte ein Kontakt hergestellt werden, der ideale Weg durfte nicht unterbrochen werden. Eine Übung für Konzentration und Motorik sei das, so Rainer Ehrhardt, Leiter der Werkstatt. Den Parcour haben vor einigen Jahren Auszubildende gebaut.

Einblicke in die Werkstätten

In der Elektronik-Werkstatt werden Geräte für die Messungen gebaut und für die entsprechenden Forschungen modifiziert. An Platinen und Leiterplatten konnten die Besucher hier löten. Einen Raum weiter in der feinmechanischen Werkstatt probierten sich viele an der Herstellung eines kleinen Erlenmeyerkolbens, allerdings aus Metall, aus. „Wir bauen hier Prototypen für die Versuchsanordnungen“ so Hans-Joachim Heymel, Leiter dieser Werkstatt. Die Wissenschaftler kämen mit ihren Apparaten, an denen dann oft ein Teil verändert werden müsste. Drei Auszubildende, drei Gesellen und Chef Heymel fräsen hier diese Metallteile entsprechend zurecht.

Von Christiane Böhm