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Göttingen Technische Anlagen und kurios anmutende Szenen
Campus Göttingen Technische Anlagen und kurios anmutende Szenen
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18:24 21.07.2009
Eröffnen die Sonderausstellung: Prof. Bent Hansen (links) und Dr. Mike Reich.
Eröffnen die Sonderausstellung: Prof. Bent Hansen (links) und Dr. Mike Reich. Quelle: Heller
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Jedem dürfte klar sein: Erdöl ist als fossiler Brennstoff trotz Fortschritten bei der Nutzung regenerativer Energiequellen aus der aktuellen Industrie nicht wegzudenken. Dass die Ursprünge seiner industriellen Förderung in Niedersachsen liegen, ist dagegen wohl nur wenigen bewusst.

Mit einer am Sonntag eröffneten Fotoausstellung nimmt sich das Geowissenschaftliche Museum der Universität Göttingen dieses Themas an. Anlass ist die weltweit erste erfolgreiche Erdölbohrung der Neuzeit vor 150 Jahren im niedersächsischen Dorf Wietze. Prof. Bent T. Hansen, Direktor des Geowissenschaftlichen Zentrums, und Museums-Kustos Dr. Mike Reich haben für die Ausstellung auf Fotografien aus dem Nachlass des Göttinger Geologen Ernst Hermann Ackermann (1906-2003) zurückgegriffen.

Sonnende Dame

Die meisten der Fotografien sind ein wenig jünger; sie stammen aus der Zeit von 1900 bis 1934, als bereits zahlreiche Bohrtürme die Landschaft zwischen Hannover, Celle und Peine prägten.

Neben Einblicken in die technischen Anlagen rund um die Erdölbohrungen sowie in geophysikalische Mess- und Untersuchungsmethoden zeigen die Fotografien auch ein wenig kurios anmutende Szenerien wie einen Bohrturm mit einer dekorativ platzierten, sich scheinbar sonnenden Dame im Vordergrund. Dass auch damals schon Logistikprobleme in neu erschlossenen Industriegebieten auftraten, zeigt eine Fotografie von Ölfässern, die – da nicht ausreichend Bahnkapazität zum Abtransport vorhanden war – unter Grassoden zwischengelagert wurden.

Neben dem über die Fotografien vermittelten technischen und historischen Wissen vermittelt die Ausstellung mit einigen der Aufnahmen auch Eindrücke von rein ästhetischem Wert. Eine gelungene Mischung, die abwechslungsreiche Schlaglichter auf die zu jener Zeit als „Klein Texas“ bekannte niedersächsische Region wirft.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Dezember montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 10 bis 13 Uhr, an jedem ersten Sonntag im Monat von 10 bis 16 Uhr im Geowissenschaftlichen Zentrum, Goldschmidtstraße 3-5 in Göttingen.

Von Isabel Trzeciok

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