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Göttingen Theater für Hörende und Hörbeeinträchtigte
Campus Göttingen Theater für Hörende und Hörbeeinträchtigte
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00:17 29.12.2017
Theaterprojekt in Hildesheim. Quelle: r
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Hildesheim

Die Premiere ist im Januar 2018. Die Stiftung Niedersachsen und die Calenberg-Grubenhagensche Landschaft unterstützen das Theaterprojekt.

In Deutschland gibt es zwar einige Theater- und Opernhäuser, die bei fremdsprachlichen Inszenierungen Übertitel in anderen Sprachen anbieten. Oben über der Bühne befindet sich dann oft eine dezente LED-Leiste, über die Texte dargestellt werden. Aber in der deutschen Bühnenlandschaft findet man so gut wie keine Übertitel für Hörgeschädigte oder Gehörlose, sagt Mälzer. Nathalie Mälzer, Professorin für Übersetzungswissenschaft, entwickelt Studenten inklusive Inszenierungen von Theaterstücken, die sich an Gehörlose, Schwerhörige und Hörende richten.

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Neben Gebärdensprache und Lautsprache kommt auf der Bühne ein drittes kommunikative Element zum Einsatz: Übertitel. Dabei nutzen die d Medienübersetzer den gesamten Bühnenraum, um Worte zu projizieren. Wenn eine Schauspielerin schreit, platzieren sie das Schriftbild im Bühnenraum in riesigen Großbuchstaben und umschreiben das Gefühl nicht mit der Formulierung „(schreiend)“. Statt Text in eine dezente LED-Leiste zu setzen werden die Übertitel Teil des Bühnenbildes. Professorin Nathalie Mälzer untersucht in Rezeptionsstudien, wie die Übertitel beim hörenden und nicht hörenden Publikum ankommen. Inwiefern stoßen die Hildesheimer Übertitelungskonzepte auch bei einem hörenden Publikum aus Jugendlichen und Erwachsenen auf Akzeptanz, verstehen gehörlose Jugendliche und Erwachsene das Theaterstück besser?

Die Ergebnisse der Hildesheimer Forschung sind für Theaterhäuser in Deutschland interessant. So entstand auch der Kontakt zum Schauspielhaus Hannover. Das Theaterhaus entwickelt derzeit in Kooperation mit den Hildesheimer Wissenschaftlerinnen das Theaterstück „Mädchen wie die“. Die Premiere ist am 12. Januar 2018. Die Stiftung Niedersachsen und die Calenberg-Grubenhagensche Landschaft unterstützen das Projekt.

Mälzer plant schon die nächste Inszenierung. Gemeinsam mit der Grazer Regisseurin Lina Hölscher möchte die Hildesheimer Wissenschaftlerin Georg Büchners „Woyzeck“ im Jahr 2019 auf die Bühne bringen. Bisher liegen keine Forschungserkenntnisse vor, wie Erstellung von Übertiteln gelingt, wenn bereits existierende Dramentexte inklusiv inszeniert werden.

Von r

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