Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Theater in memoriam Emmy Noether: Stück am Göttinger Institut
Campus Göttingen Theater in memoriam Emmy Noether: Stück am Göttinger Institut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 07.12.2019
1919 hat sich die Mathematikerin Emmy Noether in Göttingen als erste Frau habilitiert. Quelle: Archiv
Anzeige
Göttingen

Stefan Halverscheid, Schulbeauftragter der Fakultät für Mathematik und Informatik, teilt mit, dass die Veranstaltungen an die Einweihung des Gebäudes vor 90 Jahren erinnern sollen. „Speziell erinnern wir an Emmy Noether. Sie ist in diesem Jahr vor 100 Jahren in Göttingen die erste Frau gewesen, die sich habilitiert hatte.“ Vor 90 Jahren sei sie mit ihren Kollegen in das Institutsgebäude gezogen und habe vier Jahre später emigrieren müssen.

Emmy Noether gelte als „die beste Mathematikerin aller Zeiten, die mit ihren Beiträgen sowohl für die Algebra als auch für Symmetrien in der Physik bahnbrechende Grundlagen gelegt hat“. Im Sommer 1919 habe Noether die erste Habilitation einer Frau in Preußen abgeschlossen, so Halverscheid.

Einstein und Göttinger Mathematiker um Hilbert kämpfen für Noether

Nach jahrelangem Kampf von Albert Einstein und den Göttinger Mathematikern um David Hilbert sei nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches vor 100 Jahren der Weg für die erste Habilitation einer Frau in Preußen frei geworden. Im Wintersemester 1919/1920 habe Noether ihre erste Vorlesung formal eigenverantwortlich gehalten.

Vorher habe Hilbert Vorlesungen „mit Unterstützung von Frl. Noether“ für sie anmelden müssen. „Die Universität sollte dennoch kein einfaches Umfeld für sie werden“, so Halverscheid. „Sie erhielt nie einen Ruf auf eine Professur und wurde vielfach angefeindet, verlor als ,marxistische Jüdin’ 1933 ihre Anstellung und ging in die Emigration in die USA.“

Das Theaterstück ist ein Projekt von sieben mathematischen Fakultäten

Halverscheid: „Zusammen mit sieben mathematischen Fakultäten haben wir, koordiniert von der Frauenbeauftragten der FU Berlin und dem Porträttheater Wien und mit wissenschaftshistorischer Begleitung der Universität Mainz, ein Theaterstück über Emmy Noether in Auftrag gegeben.“ Es handele sich um ein Ein-Personen-Stück mit kurzen Videoepisoden, den Spaziergängen. Das Stück betreffe zwar die Mathematik, richtet sich aber „an ein breites, insbesondere historisch interessiertes Publikum“.

Das Theaterstück mit dem Portraittheater Wienwerde für Studierende und Schüler um 15 Uhr zu einem reduzierten Preis und um 19 Uhr „ohne Reduktion für alle“ angeboten. „Am Donnerstag, 12. Dezember, bieten wir um 15 Uhr eine Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende“ an – zu einem einheitlichen Eintrittspreis. Lehrkräfte, die zehn Schüler beaufsichtigen, hätten freien Einlass.

Von Stefan Kirchhoff

Mit 250 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur hat die Universität Göttingen am Donnerstag ihren Jahresabschluss-Empfang gefeiert. Der neue Uni-Präsident Prof. Reinhard Jahn blickte auf ein „schwieriges Jahr“ zurück – aber trotzdem optimistisch in die Zukunft.

06.12.2019

Gibt es bald ein Mittel gegen Parkinson? Göttinger Wissenschaftler sind jetzt einer Antwort auf diese Frage näher gekommen. Die Proteinstruktur bei Patienten ist scheinbar anders als bislang angenommen.

06.12.2019
Göttingen Theologe Prof. Thomas Kaufmann Göttinger Forscher erhält Leibniz-Preis

Zehn Forschern hat die Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis zuerkannt, den wichtigsten Forschungspreis in Deutschland. Unter den Geehrten findet sich auch ein Göttinger.

05.12.2019