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Göttingen Triebwagen wird Göttinger Forschungszug
Campus Göttingen Triebwagen wird Göttinger Forschungszug
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17:35 20.03.2012
Vom Tieflader per Kran aufs Wartegleis: Der neue Forschungszug des DLR in Göttingen ist am Dienstag eingetroffen.
Vom Tieflader per Kran aufs Wartegleis: Der neue Forschungszug des DLR in Göttingen ist am Dienstag eingetroffen. Quelle: Vetter
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Göttingen

Sie wollen das Zugfahren für die Passagiere komfortabler gestalten. So soll die Klimatisierung der Abteile verbessert und die Lärmbelastung für die Reisenden verringert werden. Der 20 Meter lange Triebwagen ist auf dem Tieflader von Berlin nach Göttingen gelangt. Das DLR hat das fabrikneue Fahrzeug für 300    000 Euro bei der Firma Bombardier gekauft. Für das Abladen des Zugs muss zunächst einmal der Tieflader richtig positioniert werden. Der Fahrer hat das Seitenfenster herunter gekurbelt und lehnt sich mit dem Oberkörper weit heraus. Mit einer Fernsteuerung in der Hand kann er die hinteren Räder seines Tiefladers bewegen.

Der 20 Meter lange Triebwagen, den Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Bunsenstraße für ihre Forschungen benötigen, ist auf dem Tieflader von Berlin nach Göttingen gelangt. Das DLR hat das fabrikneue Fahrzeug für 300    000 Euro bei der Firma Bombardier gekauft.

Unterdessen werden die beiden Kranwagen auf dem Platz zwischen den Hallen 19 und 23 rangiert. Stützen fahren aus, um für einen sicheren Halt zu sorgen. Zunächst sind zwei Betonquader an den richtigen Platz zu setzen. Vier rosafarbene Haken werden in jeden der beiden Steine geschraubt. Dann schweben die jeweils 2,5 Tonnen schweren Quader an die vorgesehene Position, die mit Farbe auf dem Asphalt markiert ist. Die Betonblöcke sorgen für die nötige Standfestigkeit des Zuges. Er hat noch keine Räder. Die beiden Fahrgestelle werden erst am endgültigen Standort montiert.

Einige Monate soll der Zug zwischen den beiden Hallen stehen. In dieser Zeit wird ein neues Gebäude auf dem DLR-Gelände errichtet. Spätestens Anfang 2013 soll die Triebwagen-Garage fertig sein. Die Wissenschaftler bekommen außerdem ein mobiles Labor. Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten auf 4,3 Millionen Euro. Auf das fabrikneue Schienenfahrzeug ist der zuständige Strömungsforscher Siegfried Loose stolz. Dass eine wissenschaftliche Einrichtung einen eigenen Zug besitzt, ist „einmalig in der Forschungslandschaft“, sagt er.

Triebwagen

Bei dem Schienenfahrzeug handelt es sich um einen Triebwagen eines Talent-2-Regionalzuges des Zugherstellers Bombardier. Ein Triebwagen ist ein Schienenfahrzeug, das über einen eigenen Antrieb verfügt, im Gegensatz zu einer Lokomotive aber auch Passagiere befördert. Der nach Göttingen gebrachte 20 Meter lange und 34 Tonnen schwere Zug mit Platz für 50 Passagiere ist nie im Bahnbetrieb gewesen.

Von Michael Caspar